Trendforscher in Linz:

„Leute wollen arbeiten, aber nicht um jeden Preis“

„Ich versuche, den Menschen die Angst vor der Zukunft zu nehmen“, sagt Ali Mahlodji. Der Gründer der Plattform whatchado ist Trendforscher und gefragter Gesprächspartner von Jugendlichen und Firmen. Beim Bildungstag der Sparte Industrie der WK OÖ in Linz sprach der 38-Jährige über die „Generation Next“.

„Krone“: Herr Mahlodji, Sie pendeln zwischen der Welt der Manager und Unternehmen und dem Blickwinkel der Jugendlichen. Wie würden Sie Ihre Aufgabe beschreiben?
Ali Mahlodji: Ich versuche, ein Vermittler zwischen den Generationen zu sein und die Sichtweisen des jeweils anderen hineinzubringen. Als Coach zeige ich bei Firmen auf, wie die Jugendlichen ticken. In einer Schule bin ich eher der Mutmacher, versuche auf Augenhöhe mit den Jugendlichen Klartext zu reden.

„Krone“: Was ist Ihre Botschaft an die jungen Menschen?
Mahlodji: Alles, was ihr durch eure Eltern oder sogar Großeltern über die Arbeitswelt wisst, ist Wissen der Vergangenheit. Lernt, alles zu hinterfragen.

„Krone“: Firmen kritisieren, dass viele nicht mehr Vollzeit arbeiten wollen. Wie stehen Sie dem Vorwurf der Null-Bock-Generation gegenüber?
Mahlodji: Jede Generation hat ihr eigenes Wertesystem und will nicht mehr so arbeiten wie die Eltern davor. Heute brechen die Realitäten langsam auf. Die Menschen wollen zwar arbeiten, aber nicht um jeden Preis.

„Krone“: Wie können die Unternehmen damit umgehen?
Mahlodji: Es ist wichtig, dass sie in die Neugierde gehen. Ich brauche Neugier, um eine echte Zusammenarbeit zu fördern. Wichtig ist, dass die Unternehmen nicht auf Kochrezepte von anderen warten, sondern ihre Mixtur selbst erfinden. Es geht um Diskussionskultur und um Zusammenarbeit auf Augenhöhe. An einem gibt’s nichts mehr zu rütteln: Freizeit ist das wichtigste Gut.

„Krone“: Wie nehmen Sie denn den Menschen die Angst vor der Zukunft?
Mahlodji: Es geht darum, dass wir Menschen uns als lernendes Wesen verstehen. Wenn sich der Einzelne als Puzzleteil einer Lösung wahrnimmt und als Teil einer Gemeinschaft versteht, kehrt auch die Stärke zurück.Kneid.-

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Samstag, 19. September 2020
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