14.01.2020 12:30 |

Viele Konflikte

„Die meisten Tourengeher halten sich an nichts!“

Nach der Rauferei zwischen dem Tourengeher und dem Ratracfahrer am Rangger Köpfl gehen die Wogen weiter hoch. Tourengeher würden sich an keine Regeln halten, heißt es.

Es ist leichter, 100 Ziegen zu hüten, als einen Tourengeher“, ärgert sich Gilbert Bachmann, Geschäftsführer der Glungezerbahn. „Die meisten halten sich nicht an die frei gegebenen Abende für die Nachtskitouren, steigen nur nebeneinander auf und fahren in der frisch präparierten Spur ab“, weiß Bachmann. „Und wenn wir sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, werden wir beschimpft. Es gab schon viele sehr enge Konflikte, die fast eskaliert wären.“ Und es gab äußerst brenzlige Situationen. „Vor wenigen Tagen krachte ein Tourengeher um 23.40 Uhr in das Windenseil des Pistengeräts“, erzählt Bachmann. Dabei hätte der Tourengeher bis 22 Uhr abfahren müssen. Der Vorfall endete glimpflich.

Für Sportfreunde, die abends eine sichere Pistenskitour unternehmen möchten, haben die Bergbahnen im Großraum Innsbruck vor Jahren schon die Regelung getroffen, dass mindestens ein Skigebiet pro Abend „freigegeben“ ist. In der Axamer Lizum wurde der Montag fixiert.

„Gesetzliche Regelung ist zu hinterfragen!“
„Aber die Tourengeher sind an jedem Abend unterwegs“, weiß Michael Körber, Geschäftsführer der Bergbahnen in der Lizum. Maßnahmen gegen den gefährlichen Wildwuchs könne man jedoch keine setzen, die gesetzliche Regelung sei zu hinterfragen.

Abendpistentouren zu verbieten fände Seefelds Bürgermeister Werner Frießer, gleichzeitig Geschäftsführer der Bergbahnen Rosshütte, schade. Die „schwarzen Schafe“ sind ihm jedoch bekannt. Unfälle habe es in der Vergangenheit zwar keine gegeben, Wortgefechte aber sehr wohl. Dass die Tourengeher im Gasthaus zu tief ins Glas schauen und dann aggressiv werden, glaubt er jedoch nicht: „Das meistverkaufte Getränk am Tourengeherabend ist das alkoholfreie Weißbier.“

„Die Attacke auf den Pistenraupenfahrer am Rangger Köpfl ist absolut zu verurteilen “, sagt der für Sport zuständige LHstv. Josef Geisler. Er appelliert für ein „konfliktfreies Miteinander sowohl in den heimischen Skigebieten als auch in der freien Natur“. Tiroler Tradition sei es, Hausverstand walten zu lassen. „Wir haben an und für sich Regeln genug. Wenn es absolut notwendig ist, werden wir aber möglicherweise über gesetzliche Regelungen nachdenken müssen“, stellt Geisler die Rute ins Fenster.

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