03.01.2020 09:08 |

Koalitionsvertrag

Was sich Salzburg von Türkis-Grün erwartet

Noch grünt nichts. Dort, wo am Samstag die grüne Basis eine der wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte der Partei treffen wird. Die Bäume werfen ihre Schatten auf das Kongresshaus Salzburg. Braune Blätter baumeln in der Nachmittagssonne, fallen auf den Asphalt, werden unter den Füßen der Spaziergänger aufgerieben. Lokalaugenschein im Kurgarten vor dem Salzburger Kongresshaus - was erwartet Salzburg von dieser Koalition? 

Einer der Flanierer ist der Informatik-Professor Helmut Mayer. Er mustert die Glasfassade des Kongresshauses, sagt: „Ich bin für eine Koalition. Es wird schwierig, aber die wichtigen Umweltthemen würden Raum bekommen.“ Er schaue gespannt auf Samstag, sei sich aber sicher, dass die Basis dem Vertrag zustimmen werde. Daran glaubt auch Leon Blum. Für den Politikstudenten wäre „die Koalition das Beste, was aus den Wahlergebnissen gemacht werden kann“. „Wohin sie uns wirklich führt, ist eine andere Frage“, schiebt er nach. Eine Frau möchte von Politik nichts wissen: „Sollen die am Samstag streiten. Ich gehe spazieren!“ Sie stapft an einem Strauch vorbei, aus dem eine Stehle ragt. Darauf steht: „Möge Frieden auf Erden walten.“

Abseits des Kongresshauses herrscht eine ähnliche Stimmung. Koalition ja, aber mit Bedenken. Markus Grüner-Musil sitzt für die Grünen im Gemeinderat. Der Musiker und Regisseur hofft auf Kulturminister Werner Kogler: „Das Wichtigste für mich ist eine Aufwertung der Kultur. Das bedeutet einen stärkeren Zusammenhalt in der Gesellschaft.“ Aber: „Es ist naiv zu sagen, dass nicht die Gefahr einer Enttäuschung besteht, wenn die Grünen in der Realpolitik ankommen.“

Parteichef Kogler wird auch Sportminister. Der Chef der Landes-Sportorganisation Walter Pfaller erhofft sich vor allem eines: „Dass Projekte umgesetzt werden, die schon auf Schiene sind.“ Pfaller spricht das nordische Zentrum in Saalfelden an, in das Geld aus dem Bund fließt – in die Verbesserung der Infrastruktur der Schanzen-Anlagen. „Damit wir vielleicht einmal einen Frauen-Skisprung-Weltcup nach Salzburg holen.“ Wichtig ist für Pfaller auch die Unterstützung für die Ski-WM 2025 (falls Saalbach im Mai den Zuschlag bekommt), die Schul-Sport-Modelle sowie für das Olympiazentrum Rif. Zugeknöpfter gibt sich die Salzburger Justiz: Solange die Regierung nicht offiziell ist, wolle man weder Forderungen noch Wünsche äußern. Aber: Dass die Erwartungen an Alma Zadić – die erste grüne Justizministerin – hoch sind, ist kaum zu überhören. Gerade der Mangel an Personal und das zu kleine Budget nagen an der Stimmung: Die vom scheidenden Justizminister geforderten Maßnahmen seien „das Mindeste“, heißt es aus Justizkreisen.

Christoph Laible
Christoph Laible
Antonio Lovric
Antonio Lovric
Herbert Struber
Herbert Struber
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