17.12.2019 13:57 |

Verkauf verboten

Keine Android-Handys mit Google mehr in der Türkei

Smartphone-Nutzer in der Türkei müssen sich auf harte Zeiten einstellen: Weil die Behörden Google wegen des Verdachts auf Wettbewerbsverzerrung im Visier haben, hat man dem IT-Giganten aus den USA verboten, auf Smartphones in der Türkei das Mobilbetriebssystem Android mit Google-Diensten auszuliefern. Bei 90 Prozent Marktanteil hat das Auswirkungen.

Wie das türkische Nachrichtenportal „Haberturk“ berichtet, habe Google die lokalen Mobilfunker über die Auflagen der Behörden informiert und angekündigt, dass man vorerst keine neuen Smartphones mit Android mehr für den türkischen Markt lizenzieren könne.

Alle Geräte mit Google-Diensten betroffen
Betroffen sind Geräte, auf denen Android inklusive Google-Diensten wie GMail, Google Maps oder der Google-Suche vorinstalliert ist - also im Grunde alle. Android-Smartphones ohne Google-Dienste wären demnach erlaubt, dürften bei den Smartphone-Nutzern aber nicht besonders gefragt sein. Damit haben viele Smartphone-Hersteller in der Türkei nun ein ähnliches Problem wie Huawei in den USA: Die Chinesen wurden durch US-Sanktionen von den Google-Diensten für Android abgeschnitten und verkaufen ihr jüngstes Flaggschiff Mate 30 Pro deshalb in vielen Regionen gar nicht.

Bereits erhältliche Smartphones ausgenommen
Wie „WinFuture“ hervorhebt, hat Googles mobiles Betriebssystem in der Türkei einen Marktanteil von rund 90 Prozent. Entsprechend groß wären die Auswirkungen, bliebe das Verkaufsverbot für Smartphones mit Android und Google-Diensten längere Zeit aufrecht. Fürs Erste können sich die Mobilfunker und Elektronikhändler mit der noch vorhandenen Ware retten: Bereits in der Türkei erhältliche Modelle können wie gewohnt weiter mit Google-Diensten genutzt werden.

Wettbewerbshüter sehen Marktmacht-Missbrauch
Google ist in der Türkei schon seit mehr als einem Jahr im Visier der Wettbewerbshüter. Im Herbst 2018 hatte die zuständige Behörde ein Bußgeld von umgerechnet 15 Millionen Euro über Google verhängt, weil man in der Bündelung des Betriebssystems Android mit Googles Online-Diensten eine illegale Wettbewerbsverzerrung sah. Im November urteilten die Behörden, dass von Google gemachte Zugeständnisse nicht ausreichten. Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen die russische Suchmaschine Yandex, die sich durch die vorinstallierten Google-Dienste auf Android-Handys benachteiligt sah und Beschwerde einlegte.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 03. April 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.