24.11.2019 10:00 |

Wunder, Dramen, Tränen

Kurioses und Skurriles aus der Welt des Handballs

In nicht mal mehr 50 Tagen erfolgt in Graz der Startschuss zur größten Handball-EURO aller Zeiten. Während Teams, Spieler und Organisatoren vorausblicken, werfen wir einen Blick zurück.

Was hat es da nicht alles gegeben? Die legendären letzten Sekunden im Spiel Österreich gegen Island bei der Heim-EURO 2010, die Perfect Season von Bilyk-Klub THW Kiel 2011/2012, ein stecken gebliebener Ball oder der Buzzer, der erstmals bei der WM 2019 zum Einsatz kam.

ÖSTERREICH 2010: 3 Tore in den letzten 50 Sekunden!
Im Vorrundenspiel der EURO 2010 standen sich Österreich und Island in Oberösterreichs Landeshauptstadt Linz gegenüber. Der damals aktuelle Olympia-Zweite von 2008 führte nach 58 Minuten und 48 Sekunden scheinbar uneinholbar mit 37:34 - ehe noch drei Treffer Österreichs in sage und schreibe 50 Sekunden (35:37 nach 59.10 durch Roland Schlinger, 36:37 nach 59.37 durch Bernd Friede sowie schließlich Max Wagesreiter mit seinem einzigen Tor nach 59,54 zum 37:37) zum vielumjubelten Endstand von 37:37 fielen. Island errang am Ende des Turniers die Bronze-Medaille, Österreich belegte den hervorragenden 9. Rang.

ÖSTERREICH 2014: „We Go Our Way“
Österreichs Teamtorhüter Thomas Bauer, damals beim TBV Lemgo in der deutschen Handball-Bundesliga unter Vertrag, nahm vor Beginn der EURO 2014 in Dänemark, bei der Österreich den 9. Rang belegte, den äußerst hörenswerten Song „We Go Our Way“ auf (Veröffentlichung am 6. Jänner 2014) und landete damit in den Charts.

DÄNEMARK/DEUTSCHLAND 2019: Der verflixte Buzzer!
Bei der Weltmeisterschaft in Dänemark und Deutschland 2019 mussten die Trainer erstmals eine Auszeit durch Drücken eines am Spielfeldrand stehenden Buzzers anmelden. „Das elektronische Gerät ist direkt mit der Anzeigetafel verbunden und das Drücken des Buzzers stoppt automatisch die Zeit“ liest man auf der entsprechenden IHF-Info-Seite. Während des WM-Matches Österreich gegen Chile im dänischen Herning lehnte sich Österreichs Teamspieler Tobias Wagner auf seinem Stuhl zurück und touchierte dabei leicht den Buzzer. Die eigentlich vorgesehene Bestrafung für das Betätigen des Buzzers bei Angriff des Gegners: Gelbe Karte und ein Siebenmeter. Für diese ungewollte Unterbrechung sah Wagner von den Schiedsrichtern lediglich die Gelbe Karte, einen Strafwurf gab es nicht.

Übrigens passierte dem Deutschen Steffen Fäth das gleiche Missgeschick im Spiel gegen Frankreich - und das gleich zweimal! Daraufhin wurden in Berlin die Buzzer abmontiert und man reichte den Betreuern die „altmodischen“ grünen Timeout-Karten!

FRANKREICH/ÖSTERREICH 2012: Welthandballer verblüfft Österreicher
Thierry Omeyer, französischer Olympiasieger sowie Welt- und Europameister und Welthandballer verblüffte am Abend nach seinem dritten Champions-League-Erfolg mit dem THW-Kiel nicht nur die ebenfalls anwesenden Chronisten, indem er während der Sieges-Feier in einem italienischen Restaurant die damals aktuelle „Starting 7“ von Hypo-Niederösterreich aufzählte.

DEUTSCHLAND 2007: Vom TV-Experten zum Weltmeister
Das Comeback des deutschen Spielers Christian Schwarzer bei der Heim-WM 2007 erfolgte kurzfristig und daher unerwartet: Von der TV-Experten-Funktion beim ZDF avancierte er zum Kreisläufer in der Startaufstellung beim späteren Weltmeister Deutschland. Übrigens: Zu den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 kam er nochmals zurück.

DEUTSCHLAND 2008: Welthandballer ohne WM
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Daniel Stephan (183 Spiele/590 Treffer) wurde 1998 als erster deutscher Handballspieler zum Welthandballer gewählt, ohne dass er bis zu dieser Wahl noch bis zu seinem Karriere-Ende im Jahre 2008 auch nur ein einziges WM-Spiel absolviert hatte.

DEUTSCHLAND 2012: Ohne einen einzigen Verlustpunkt Meister
Und wieder der THW Kiel: Dieser wird in der Spielzeit 2011/2012 mit 68:0 Punkten Meister. Im Jahr davor gewann der HSV Hamburg die Meisterschaft, Kiels Trainer Alfred Gislason war „not amused“. Daher gestaltete sich das Trainingslager, ursprünglich als „locker“ mit Frauen und Familie auf La Reunion angedacht als extrem harte Übung. Außerdem beschränkte sich die Kommunikation des Trainers in Richtung Spieler auf ein absolutes Minimum. Die Kieler Akteure „dankten“ es Alfred Gislason mit der verlustpunktfreien Meisterschaft.

DEUTSCHLAND 2014: Nur zwei Tore entschieden über Meistertitel
Der THW Kiel wird am Ende der Saison 2013/2014 Deutscher Meister. In den letzten Runden holte man den Tore-Vorsprung der Rhein-Neckar Löwen noch auf und sicherte sich am letzten Spieltag mit zwei Toren Vorsprung den Titel.

DEUTSCHLAND 2018: Ball bleibt stecken!
In Fürstenfeldbruck kam es zu einem kuriosen Spielende zwischen dem TuS Fürstenfeldbruck und dem Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz. Weil der Ball bei der letzten Aktion des Spiels zwischen Latte und Pfosten im Eck stecken blieb, kassierte der HSG Konstanz eine Niederlage im ersten Spiel in der 3. Liga.

Es stand 23:24 und Tom Wolf von der HSG Konstanz stand vor der letzten Chance, die Partie auszugleichen. Er warf einen direkten Freiwurf per Aufsetzer um den Block und traf in die rechte obere Ecke des Tors. Fast wäre der Ausgleich noch geglückt, doch der Ball blieb im Tor stecken und überschritt die Linie dadurch nicht.  Damit gewann der TuS Fürstenfeldbruck mit 24:23.

DEUTSCHLAND 2019: „Pommes“ gewinnt „Let‘s dance“
Der ehemalige deutsche Teamspieler Pascal „Pommes“ Hens, der mit Deutschland Welt- und Europameister wurde, sowie mit dem HSV Hamburg die Champions League gewann, nahm 2019 an der zwölften Staffel der Tanz-Live-Show „Let‘s Dance“ des TV-Senders RTL teil, die der 2,03 m große Hamburger mit seiner Tanzpartnerin dann auch gewinnen konnte.

SPANIEN/DEUTSCHLAND 2018: Dissertation über Handball-Tor
Der Spanier Rafael Baena, ehemaliger spanischer Teamspieler, zweimaliger Deutscher Meister sowie Cupsieger mit den Rhein-Neckar-Löwen, aktueller Kreisläufer beim Bergischen HC, schrieb eine Doktorarbeit zum Thema „Wie kann ich ein Handballtor vor dem Umkippen sichern“.

PORTUGAL/DEUTSCHLAND 2019: Keine Kabine - ab in‘s Hotel
Beim EHF Cup Final Four 2019 in der Kieler Sparkassen-Arena kam es zu folgender kuriosen Situation: Da in der Halle nicht ausreichend Kabinen für die teilnehmenden Mannschaften (Veranstalter THW Kiel, Füchse Berlin, FC Porto, TTH Holstebro) zur Verfügung standen, wurden die vorhandenen drei Umkleiden „verlost“. Das Los traf die Vertreter Portugals, woraufhin sich die Spieler im Hotel umkleiden mussten und bereits „matchfertig“ per Bus in die Arena chauffiert wurden!

SCHWEIZ 2019: Sprungwurf bereits für Dreijährige
Das Schweizer Handball-Aushängeschild Andy Schmid, Kapitän der Nationalmannschaft und mehrfacher MVP der deutschen Handball-Bundesliga, sowie seit 2010 der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen, hat mit „Mein Sprungwurf“ ein Kinderbuch „über den besten Sport der Welt“ geschrieben. Für Kinder ab drei Jahren erzählt der Autor darin auf liebevolle Art und Weise, was den Handballsport ausmacht - von Kinderträumen, von Fairness und Respekt, von Niederlagen und dem Lernen daraus und damit von vielem, was Kind sein und Erwachsenwerden ausmacht. Die Idee zu diesem Buch holte sich Schmid übrigens von seinen beiden Söhnen: Als ihn einer der beiden eines Tages nach einem Kinderbuch über Handball fragte und er „schlichtweg nichts Passendes gefunden“ habe, ha er „einfach selbst angefangen zu schreiben“.

Tickets ergattern!
Die EURO 2020 wird von 9. bis 26. Jänner ausgetragen. Es ist das erste Mal, dass 24 Nationen daran teilnehmen - und das erste Mal, dass es mit Schweden, Österreich und Norwegen drei Ausrichter gibt. Hier gibt es Tickets für die Spiele in Wien und Graz.

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Donnerstag, 13. August 2020
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