Umfrage belegt:

Spitalsärzte arbeiten als Idealisten hart am Limit

Mit „Arbeiten am Limit“ fasst die Ärztekammer die Ergebnisse einer Befragung von österreichweit 3570 Spitalsärzten, darunter mehr als 700 in Oberösterreich, zusammen. An der Spitze der problematischen Entwicklungen steht die Personalknappheit, mit der natürlich auch steigender Zeitdruck einhergeht.

„Ärztinnen und Ärzte sind offensichtlich im Beruf immer noch Idealisten“, sagt Dr. Harald Mayer, Spitalsärztevertreter in der Ärztekammer Oberösterreich und auf Bundesebene: „Wenn wir nicht alle Idealisten wären, würde das System schon nicht mehr funktionieren, wenn man sich anschaut, wie die Arbeitsbelastung zugenommen hat und die Arbeitsverdichtung.“

Ersatz für niedergelassenen Bereich
In den Spitälern würden zunehmend Aufgaben übernommen, die eigentlich im niedergelassenen Bereich erbracht werden sollten. Aber, so Mayer: „Auch dort gibt es einen Personalmangel!“ Positiv kommt bei den Spitalsärzten die Reduktion der Arbeitszeiten an: „Es gibt nun endlich keine überlangen Dienste mehr, die zu chronischer Überlastung der Ärzte geführt und die Patienten gefährdet haben“, sagt Mayer.

Personelle Lücke wird öfters ignoriert
Großes Aber: „Es kann nicht sein, dass die Arbeitszeit zwar endlich reduziert wurde, die daraus entstandene personelle Lücke aber von Spitalsträgern weiter ignoriert wird.“ Die Folge sei eine Arbeitsverdichtung, die sich auch in der Spitalsärztebefragung bemerkbar mache. Es sei daher dringend nötig, die Krankenhäuser und hier insbesondere die Ambulanzen zu entlasten, etwa durch allgemeinmedizinische Akutordinationen in oder in der Nähe von Spitälern.

Gewalt gegen Ärzte ist wachsendes Problem
71 Prozent der Ärzte sind bereits mit verbaler und/oder physischer Gewalt gegen sie konfrontiert worden- siehe unseren Bericht hier.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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