17.10.2019 18:32 |

Vorstoß der SPÖ

Schickhofer: 499 Euro Miete für 70 Quadratmeter

Der steirische Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer ist am Donnerstag mit einem Vorschlag für leistbares Wohnen vorgestoßen: Der SPÖ-Chef will speziell in Graz und Bezirkshauptstädten, die zu teuren Mietpflastern geworden sind, die Möglichkeit für ein Wohnen um 499 Euro inklusive aller Betriebskosten auf 70 Quadratmeter. Die Kosten sollen unter anderem durch neue Bautechnologien gesenkt werden.

Schickhofer, der in den vergangenen Wochen jeden Donnerstag mit neuen Ideen und Vorschlägen aufwartete, nahm sich nach Klima und Pendlerticket nun den Wohnbereich vor: Wohnen dürfe kein Luxus werden. Zehn Maßnahmen zählte der SPÖ-Chef bei der Pressekonferenz auf - sie müssten aber teils erst mit entsprechenden Gesetzen und Novellen mithilfe anderer Parteien beschlossen werden.

Konzept für die ganze Steiermark
Kern-Forderung ist die Kostengrenze von 499 Euro: Vorbild ist der 5-Euro-Wohnbau der „Neuen Heimat“ in Schwaz in Tirol. Schickhofer sprach bereits von Gesprächen mit einem steirischen gemeinnützigen Bauträger, der im Großraum Graz Wohnungen bauen will, die mit 70 Quadratmetern unter der 500-Euro-Grenze bleiben. Das Konzept - es eigne sich gleichermaßen für Gemeinden wie auch für Genossenschaften - soll flächendeckend in der Steiermark angewendet werden, besonders entlang der S-Bahn-Routen.

Abgabe für „Drittwohnungen“
Unter den Vorschlägen sticht die Idee einer „Drittwohnungsabgabe“ nach Züricher Vorbild heraus: „Wenn wer schon zwei Wohnungen hat und seine dritte leer steht, dann ist es nicht zuviel verlangt, wenn dafür eine Abgabe gezahlt wird.“ Konkret soll damit längerer Leerstand vermieden werden. Er meinte, dass Wohnungsbesitzer diese Abgabe etwa nach vier Monaten Leerstand bezahlen sollten.

Die Abgabe stelle einen Antrieb dar, um zu vermieten oder zu verkaufen, damit die Wohnung wieder am Markt verfügbar ist. Ausgenommen sind davon naturgemäß Genossenschaften. Die Einnahmen sollen für den Wohnbau zweckgewidmet werden.

„Neue Hausmeister“
Mit Leerstand will Schickhofer sowieso aufräumen: Er forderte eine Erhebung von leer stehenden Wohnungen, die nicht für Spekulationen herhalten sollen. „Bevor wir neu bauen, sollten wir besser die bestehenden Ressourcen nutzen.“ Zu den weiteren Maßnahmen zählen „Starterwohnungen“ für junge Menschen, Änderungen in der steirischen Wohnbauförderung, der Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus, bessere Isolierungen und neuere Technik, um Energie zu sparen, ein Ausbau des Kautionsfonds und der Einsatz von „neuen Hausmeistern“, um Konflikte vorzubeugen.

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