06.08.2019 14:11 |

Nach El-Paso-Massaker

Hass-Forum 8chan kämpft weiterhin mit Problemen

Erst on-, dann wieder offline: Das umstrittene Online-Forum 8chan, auf dem der mutmaßliche Todesschütze von El Paso ein rassistisches Manifest veröffentlichte, hat weiterhin mit Problemen zu kämpfen. Der Grund ist ein Boykott von Internet-Dienstleistern, deren Service für das Funktionieren einer Website notwendig ist. Dabei bekommen auch Firmen Probleme, die 8chan ihre Dienstleistungen anbieten.

Das Online-Forum war am Montag weitgehend offline gegangen, nachdem ihm der IT-Sicherheitsdienstleister Cloudflare den Laufpass gegeben hatte. Cloudflare schützt unter anderem Websites vor Cyberangriffen. 8Chan wechselte daraufhin zum Konkurrenzdienst BitMitigate, der zum Web-Dienstleister Epik gehört.

Unter den Kunden von BitMitigate war bereits unter anderem die Neonazi-Website Daily Stormer. Doch Epik konnte 8chan nicht lange unterstützen: Epik betreibt nämlich kaum eigene Server, sondern mietet diese beim Cloud-Anbieter Voxility an, der Epik prompt kündigte. Wie unter anderem der Webexperte und frühere Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos feststelle, mietet sich Epik nun Server unter anderem bei Amazons Clouddienst AWS.

8chan-Gründer weist Vorwürfe zurück
8chan-Gründer Jim Watkins betonte in einem auf YouTube veröffentlichten Video indes, stets mit den Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet zu haben. Die Plattform selbst sei nur ein leeres Blatt Papier, das ihre eine Million Nutzer beschreiben könnten, führte Watkins aus.

Entgegen den Vorwürfen von Cloudflare, die seiner Plattform „enormen Schaden“ zugefügt hätten, sei 8chan eine „rechtmäßiges“ Unternehmen. Dass sich dieses so einfach abschalten lasse, bezeichnete Watkins als „verstörend“; die Aufkündigung durch Cloudflare sei „politisch motiviert“ und „feige“ gewesen. Er hoffe, dass der Dienst in Kürze wiederhergestellt werde.

Hass-Plattform
8chan
ist bekannt dafür, dass die Betreiber die von Nutzern geposteten Inhalte nicht kontrollieren oder löschen. Das lockt unter anderem Rassisten auf die Plattform. Neben dem Amoklauf in El Paso hatten zuvor auch die Todesschützen im neuseeländischen Christchurch und Poway in Kalifornien ihre Taten auf 8chan angekündigt und gerechtfertigt.

 krone.at
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