22.07.2019 08:00 |

E-Bike-Boom

Fast alle (Berg)radler fahren voll auf Strom ab

„Ein Mountainbike möchtest Du?“ Fast entgeistert reagierte der Verkäufer im Sportgeschäft auf meine offenbar seltsame Frage. Er habe praktisch nur noch E-Bikes im Angebot. Mountainbiker, die auf Stromunterstützung verzichten, stellen tatsächlich eine aussterbende Spezies dar. Der Sportfachhandel freut sich.

„Ich verzichte heute einmal fast ganz auf die Stromunterstützung“, erzählte mir ein E-Biker, der am Weg zur Oberhofer Alm gemütlich neben mir „herradelte“. Die Sache mit „ohne Strom“ kaufte ich ihm allerdings nicht wirklich ab, zu entspannt saß er auf seinem Sportgerät. Und wenig später – ich war mit einem „Oldtimer“ ohne eingebauten Motor unterwegs – brausten fünf Damen an mir vorbei. Sie tauschten Neuigkeiten aus, ich keuchte. Und sie gaben mir noch ein launiges „Tut uns leid“ beim Überholen mit auf den mühsamen Weg nach oben.

Szenen wie diese gehören derzeit auf den heimischen Forststraßen zur Tagesordnung und frustrieren viele, die dem Trend zum Stromrad (noch) nicht gefolgt sind.

Keine Mountainbikes mehr
Der Sportfachhandel hat jedenfalls reagiert und den Fokus auf E-Bikes gelegt. „Wir haben unser Sortiment inzwischen komplett auf E-Bikes umgestellt“, sagt Maximilian Neuner von Radsport Neuner in Innsbruck. Der Grund liegt auf der Hand: „Die Nachfrage nach normalen Mountainbikes war nur noch gering.“ Tatsächlich ist inzwischen jedes dritte in Österreich verkaufte Rad – ob für die Straße oder das Gelände – eines mit Stromunterstützung.

Die E-Biker wollen mit dem neuen Sportgerät zur Arbeitsstätte beziehungsweise ohne große Anstrengung und so weit wie möglich hinauf fahren, weiß Neuner – und das alles in einem „optimalen“ Pulsbereich, der niemanden ins Schwitzen bringt.

Einstieg bei 2000 Euro
Der Einstiegspreis für E-Bikes liegt laut Neuner bei etwa 2000 Euro. „Durchschnittlich geben die Kunden zwischen 2500 und 3000 Euro für ein Stromrad aus“, erklärt der Experte.

Solche Sportgeräte gibt es inzwischen natürlich ebenfalls für Kinder. Neuner verkauft Bikes für Achtjährige genauso wie für 70-Jährige. Auch die Kids wollen offenbar beim Trend mitmachen. Stichwort 70-Jährige: Wenn tödliche Unfälle mit E-Bikes passieren, dann handelt es sich bei den Opfern überwiegend um ältere Menschen.

Peter Freiberger
Peter Freiberger

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