23.06.2019 10:06

Relikt aus Weltkrieg

Uruguay muss Nazi-Adler der Graf Spee verkaufen

Vor 80 Jahren sank das deutsche Panzerschiff Admiral Graf Spee auf den Grund des Rio de la Plata - mitsamt Heckadler mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat nun ein Gericht den Verkauf der Skulptur angeordnet. Das Verteidigungsministerium von Uruguay solle diese innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen. Die Regierung des südamerikanischen Landes kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen.

Der Heckadler aus Bronze sorgt in Berlin und Montevideo seit Jahren für Kopfschmerzen, obwohl er von der Marineverwaltung unter Verschluss gehalten wird. Zahlreiche Debatten führten nie zu einer Entscheidung. Wie sollte mit dem 2,8 Meter hohen und 350 Kilogramm schweren Reichsadler, der 2006 vom Unternehmer Alfredo Etchegaray geborgen worden war, verfahren werden? Zu Ausstellungen im Marinemuseum in Montevideo oder im Museum der Schlacht vom Rio de la Plata in Sarandi del Yi kam es nie.

Fotos der Bergung des Reichsadlers aus dem Jahr 2006:

Kriegsschiff wurde von Besatzung versenkt
Die Admiral Graf Spee war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Indischen Ozean und im Südatlantik auf Kaperfahrt und versenkte mehrere britische Frachtschiffe. Im Dezember 1939 lieferte sich das Kriegsschiff in der Mündung des Rio de la Plata eine Seeschlacht mit den britischen Kreuzern Exeter und Ajax sowie dem neuseeländischen Kreuzer Achilles. Dabei wurde das Panzerschiff schwer beschädigt.

Marinetechnik sollte nicht in feindliche Hände fallen
Die Reparaturarbeiten sollten in Montevideo durchgeführt werden, doch musste das Schiff den Hafen schon bald aufgrund diplomatischen Drucks verlassen. Kapitän Hans Langsdorff ordnete daraufhin an, das Kriegsschiff zu versenken, damit die moderne Marinetechnik nicht dem Feind in die Hände falle. Die Matrosen setzten zuvor nach Argentinien über - viele blieben dort und gründeten Familien. Langsdorff nahm sich das Leben.

Verkauf könnte vier Millionen Dollar einbringen
Laut Medienberichten ist ein Verkaufserlös von rund vier Millionen US-Dollar (gut 3,5 Millionen Euro) realistisch. Etchegaray, der die Entscheidung des Gerichts begrüßte, glaubt sogar, dass ein wesentlich höherer Preis erzielt werden könnte.

„Egal ob es fünf oder 50 Millionen sind, das Wichtige ist, dass der Vertrag erfüllt wird“, sagte er in einem Radiointerview. Die Regierung solle das Urteil überdies annehmen und ihren Teil des Erlöses in das Bildungswesen oder die Marine des südamerikanischen Landes investieren.

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