Di, 25. Juni 2019
13.06.2019 12:04

Erneut Flutopfer-Suche

Inn-Hochwasser: Pegel gehen nun langsam zurück

Die Hochwassersituation in Tirol hat sich im Laufe des Donnerstags weitgehend entspannt - wenngleich die Pegel mancherorts weiterhin auf kritischem Niveau lagen. Aufgrund günstiger Wetterprognosen ist davon auszugehen, dass die Pegelstände im Laufe des Tages weiter fallen. Rund 60 Mal mussten die Feuerwehren in der Nacht allein im Unterland ausrücken. Ein Helfer wurde dabei in Innsbruck schwer verletzt, als er von einer betrunkenen Pkw-Lenkerin angefahren wurde. Das Hochwasser im Land dürfte zudem mindestens ein Todesopfer gefordert haben: Von einem in die Ötztaler Ache gestürzten Radfahrer fehlt weiterhin jede Spur. Zudem läuft in Schwaz eine Suchaktion nach einem weiteren möglichen Flutopfer.

„Die aktuelle Situation stimmt uns vorsichtig optimistisch. Unsere Expertinnen und Experten werden die Lage aber weiterhin rund um die Uhr beurteilen und beobachten“, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

„Es ist damit zu rechnen, dass die Pegel entlang des Inn langsam zurückgehen. Die Wasserführung liegt allerdings insgesamt auf einem hohen Niveau - auch aufgrund der weiter anhaltenden Schneeschmelze. Die Lage kann grundsätzlich als stabil bezeichnet werden“, betonte Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft. Auch die Zubringerflüsse wie die Ötztaler oder die Pitztaler Ache sowie die Sanna weisen rückläufige Wasserführungen auf. Im Tiroler Unterland könnten die Pegel jedoch nochmals moderat ansteigen, allerdings werden die am Donnerstag erreichten Höchstwerte entlang des Inn, beispielsweise in Brixlegg oder Kirchbichl, voraussichtlich nicht mehr überschritten, prognostizierte Klaus Niedertscheider vom Sachgebiet Hydrographie und Hydrologie des Landes.

Brücken bleiben gesperrt
In Innsbruck hatte der Inn in der Nacht einen Maximalstand von 6,32 Metern erreicht. In der Früh war der Wasserstand um sieben Zentimeter auf 6,25 Meter gesunken (siehe Video oben). Der mobile Hochwasserschutz in der Innsbrucker Altstadt soll vorsichtshalber noch bis mindestens Ende der Woche stehen bleiben. „Es bleibt nun abzuwarten, wie viel Niederschlag am Wochenende noch auf uns zu kommt“, meinte Elmar Rizzoli, Leiter des städtischen Amts für Allgemeine Sicherheit. Auch die bestehenden Brückensperren für Fußgänger und Radfahrer blieben vorerst aufrecht. Die Situation im Innsbrucker Ortsteil Kranebitten ist ebenfalls stabil.

In Landeck und Telfs waren die Pegel Donnerstag früh bereits etwas zurückgegangen. Der Wasserstand im Unterland bei Schwaz, Brixlegg und Kirchbichl liegt noch auf einem sehr hohen Niveau. Dort könnte der Pegel in den kommenden Stunden nochmals moderat ansteigen und das Niveau von Mittwoch erreichen, hieß es seitens der Wetterexperten.

Feuerwehrmann angefahren
Am Rande der Hochwasserschutz-Einsätze kam es am Mittwochabend in der Landeshauptstadt auch zu einem Unfall: Während er mit Arbeiten für den Hochwasserschutz beschäftigt war, wurde ein Feuerwehrmann von einer betrunkenen Autofahrerin (68) angefahren und schwer verletzt. Der 26-Jährige war laut Polizei im Bereich Herzog-Otto-Straße 18 eingesetzt, als er von einem in östliche Richtung fahrenden Pkw erfasst und zu Boden geschleudert wurde. Der Feuerwehrmann wurde in die Klinik Innsbruck eingeliefert.

Viele Keller ausgepumpt
In der Nacht war es vor allem im Unterland zu rund 60 Feuerwehreinsätzen gekommen. Hauptproblem dabei waren Wasserschäden in Kellern aufgrund des hohen Grundwasserspiegels. In Münster trat der Inn über die Ufer und überschwemmte ganze Felder. Auch im Zillertal wurden bereits Sandsackwälle aufgebaut, um den Wassermassen zu trotzen.

Über 40 Feuerwehren waren auch am Donnerstagvormittag noch im ganzen Land im Einsatz. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels mussten allen voran im Unterland unter Wasser stehende Kellerräume ausgepumpt werden.

Radfahrer in Fluten verschollen
Besonders dramatisch: In Sautens stürzte ein bisher unbekannter Mann mit seinem E-Bike in die Ötztaler Ache. Die wegen der Schneeschmelze ebenfalls enorm angestiegenen Fluten und die damit verbundene starke Strömung rissen den Mann fort. Eine sofort eingeleitet Suchaktion blieb bislang erfolglos, es gibt kaum noch Hoffnung, den Radfahrer lebend zu bergen. Zudem war Donnerstagfrüh bei Schwaz vermutlich eine leblos im Inn treibende Person gesehen worden.

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