20.05.2019 08:30 |

Dank Vorsorgeprojekte

71 Prozent der Tiroler Kinder sind kariesfrei

Der aktuelle Monitoringbericht zur Zahngesundheit liegt vor. Das Ergebnis ist erfreulich, denn Tirol führt das Bundesländer-Ranking der „kariesfreien Kinder“ an. 71 Prozent der Untersechsjährigen sind nicht von der Zahnerkrankung betroffen. Vorsorgeprojekte wie etwa in Kindergärten und Schulen zeigen Wirkung.

Karies ist nicht nur der Feind der Erwachsenenzähne, sondern vor allem jener der Kinderzähne. Es ist sogar die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. „Milchzähne sind definitiv anfälliger für Karies. Das liegt daran, dass sie viel weicher als bleibende Zähne sind, der Schmelz ist weniger resistent. Daher kann Karies die Zahnsubstanz schneller angreifen“, so Paul Hougnon, Präsident der Tiroler Zahnärztekammer.

Der Zahnschmelz verschwindet
Unbehandelt gräbt sich Karies immer tiefer in den Zahn. Auf Dauer verschwindet der Zahnschmelz, das darunterliegende Zahnbein und der Nerv werden geschädigt. Folglich entsteht das, was der Volksmund „Löcher im Zahn“ nennt.

Gesüßte Getränke im Fläschen sind gefährlich
„Wenn bei fortgeschrittener Karies der Nerv abstirbt, kann es zu Entzündungen bzw. einem Abszess kommen. Der Zahn geht dann verloren bzw. muss gezogen werden. Die Zähne haben jedoch Platzhalterfunktionen, zudem können Probleme mit Zahnfehlstellungen entstehen“, schildert Hougnon.

Der Karies kann jedoch der Kampf angesagt werden - und zwar mit gesunder Ernährung, richtigem Putzverhalten und Hygiene. „Zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten sollten vermieden werden. Babys sowie Kleinkinder sollte man auf keinen Fall gesüßte Getränke aus dem Fläschen geben. Denn die empfindlichen Zähne werden von Zucker umspült, was zu Nuckelkaries führt“, sagt der Zahnmediziner.

Ohne die Eltern geht gar nichts
Außerdem ist das Zähneputzen ab dem ersten Zahn zu empfehlen. Und auch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt sind Pflicht. Ohne die Eltern geht dabei rein gar nichts.

Erfolgreiche Gruppenprophylaxe-Programme
Tirol hat mit 71 Prozent derzeit die meisten „kariesfreien Kinder“. Woran liegt das? „Ich denke, das hat viel mit den erfolgreichen Gruppenprophylaxe-Programmen zu tun, konkret mit dem Mundgesundheitsprojekt ,Bürstl’ des Arbeitskreises für Vorsorgemedizin und Gesundheitsförderung“, so der Präsident.

„Aufnahme in Mutter-Kind-Pass wäre wichtig“
Dennoch ist Hougnon noch nicht ganz zufrieden. „Es wurde bisher immer noch zu wenig Augenmerk auf Prophylaxe und die Bezahlung von Maßnahmen gelegt, die zum Zahnarztbesuch motivieren. Hier wären auch die Krankenversicherungsträger gefragt. Uns wäre die Aufnahme in den Mutter-Kind-Pass wichtig. Kindern und Eltern sollen die klassischen Säulen der Kariesprävention noch mehr vermittelt werden“, fordert der Präsident der Tiroler Zahnärztekammer.

Wie die Eltern ihren Kindern den richtigen Umgang mit den Zähnen lernen können, lesen Sie in der Printausgabe der „Tiroler Krone“ vom 20. Mai. 

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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