Premiere in Linz:

Erste Kammerpräsidentin der Bauern seit 87 Jahren

Seit 1932 gab es bisher acht Landwirtschaftskammerpräsidenten in Oberösterreich - alles Männer. 87 Jahre später ist es (österreichweit!) erstmals eine Frau, welche die Bauernbundfunktionäre in unserem Bundesland mit 100 Prozent Zustimmung zur Kammerpräsidentin küren, und das mit 100 Prozent - siehe auch unseren Bericht vom späten Montagabend. In der Lebensplanung stand der Präsidentinnenjob nicht. ÖVP-Abgeordnete Michaela Langer-Weninger (40) wird ihn aber mit gewohntem Elan angehen, wie aus unserem ersten Interview mit ihr hervorgeht.

„OÖ-Krone“: Sie sind erst 40 - also mindestens 20 Jahre Präsidentin. Entspricht das denn Ihrer Lebensplanung?
Michaela Langer-Weninger
: Ich bin niemand, der sich solche langfristigen Ziele setzt, wo er in 10 oder 20 Jahren sein will. Die Spitze der Landwirtschaftskammer wäre wahrscheinlich nicht in meiner Lebensplanung gewesen vor 10 Jahren. Mein Zugang ist immer: In dem Moment, wo die Tür aufgeht, entscheide ich, ob ich durchgehe oder nicht. Wenn man dann die Arbeit gut macht, kann die nächste Tür aufgehen. Oder man macht etwas ganz Anderes.

„OÖ-Krone“: Warum gehen Sie jetzt durch diese Kammer-Tür?
Langer-Weninger
: In meinem gesamten politischen Tun in den letzten 10 Jahren war mir die Arbeit für die Bauern eine ganz wesentliche. Die Herausforderungen wachsen: Die Höfe machen nach und nach zu, der Druck auf Grund und Boden wächst durch Verbauung und Wertanlage. Dennoch sollen wir nachhaltig und umweltgerecht arbeiten, wozu wir auch stehen. Auf der anderen Seite ist die Bereitschaft gering, das an der Supermarktkasse auch zu zahlen.

„OÖ-Krone“: Sie sind Biobäuerin. Wird das die Arbeit an der Kammerspitze sehr prägen?
Langer-Weninger
: Für uns persönlich am Hof war es eine Entscheidung, wie wir den Hof übernommen haben, ihn biologisch zu bewirtschaften. Ich habe in meinen Funktionen nie Unterschiede zwischen Bewirtschaftungsarten gemacht und werde nie jemandem eine vorschreiben. Für mich ist nur ausschlaggebend, ob sich jemand an die gesetzlichen Rahmenbedingungen hält.

„OÖ-Krone“: Die Welt der Agrarfunktionäre ist noch immer eine Männerwelt. Wie gehen Sie daran heran?
Langer-Weninger: Über dieses Thema - ob Mann oder Frau - darüber habe ich bisher in keiner meiner Funktionen nachgedacht. Ich hab nie darüber nachgedacht, ob das eine Männer- oder Frauenwelt ist, sondern ich habe versucht an dem Platz wo ich bin eine gute Arbeit zu machen. Und das ist bisher immer gut angekommen.

Interview: Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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