13.03.2019 12:56 |

12 Jahre nach Götschl

Schmidhofer holt Kugel, Puchner mit Sensationssieg

 Nicole Schmidhofer hat sich die Abfahrtskugel im finalen Rennen nicht mehr nehmen lassen. Die steirische Skirennläuferin landete am Mittwoch beim Weltcupfinale in Soldeu an der elften Stelle, holte sich die Disziplinwertung vor ihren Kolleginnen Stephanie Venier und Ramona Siebenhofer. Der Tagessieg ging mit Mirjam Puchner an eine weitere Österreicherin. Es ist der zweite Dreifacherfolg für den ÖSV im Abfahrts-Weltcup der Damen nach jenem 1999 durch Renate Götschl, Alexandra Meißnitzer und Michaela Dorfmeister. Zudem gewannen die ÖSV-Damen erstmals seit Eva-Maria Brem 2016 im Riesentorlauf wieder ein Kristall und erstmals seit Götschl 2007 wieder in der Abfahrt. 

Getrübt wurde die kollektive rot-weiß-rote Freude allerdings durch den Sturz von Cornelia Hütter. In ihrem ersten Rennen bei ihrem zweiten Comeback in diesem Winter nach Verletzungspausen wurde die Steirerin erneut von der Piste abgeworfen und mit dem Akja geborgen. Es besteht Verdacht auf eine neuerliche Knieverletzung.

Wolken und Wind
Das Rennen in El Tarter wurde durch den Wechsel von Sonne und Wolken sowie Wind beeinträchtigt. Als die mit Nummer fünf gestartete Siebenhofer bei ihrer Zielankunft hinter Schmidhofer (Nummer 3) lag, war der Kugelkampf bereits entschieden. „Die Kugel hat einen hohen Stellenwert, das ist eine Leistung über die gesamte Saison. Ich bin megahappy“, sagte Schmidhofer. Das Rennen sei nicht nach Wunsch verlaufen.

Schmidhofer: Gut geschlafen
„Wenn du teilweise Hocke fährst, wo man eigentlich nicht Hocke fahren kann, weil du normal viel mehr Speed hast, dann weißt du schon, dass dir die Tore entgegenstehen“, sprach sie die schwierigen Windverhältnisse an. Sie habe aber erstmals seit drei Wochen wieder einmal richtig gut geschlafen und war bereit, ihre Aufgabe zu erledigen.

„Das ist mega“
Venier schnappte mit Tagesrang acht Siebenhofer noch den zweiten Platz in der Disziplinwertung weg. „Das Rennen war von fair weit weg. Aber ich bin happy, dass ich gesamt Zweite bin, der Rest ist mir heute einmal egal. Ich finde es extrem cool, dass wir jetzt zu dritt da oben stehen dürfen.“ Siebenhofer hatte einen großen Fehler und haderte mit sich, sie wurde nur 19. und Letzte. „Das ist nicht der Abschluss, den ich mir vorgestellt habe in der Abfahrtssaison. Ich bin auf den dritten Platz zurückgefallen, das ist blöd. Aber cool, dass wir eins, zwei drei ist haben, das ist mega.“ Der Sturz von Conny werfe aber einen Schatten auf den Freudentag. Sie selbst habe die beste Saison gehabt, zu sehen, dass sie voll dabei sein könne, sei eine große Motivation fürs nächste Jahr.

Puchner nicht zu bremsen
Die 26-jährige Puchner feierte den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere, nach der Abfahrt 2016 in St. Moritz erneut beim Finale. Sie setzte sich in einem engen Rennen vor der Deutschen Viktoria Rebensburg (+0,03) und der Schweizerin Corinne Suter (0,08) durch. „Das war sehr überraschend. Ich habe mir gedacht, ich habe nichts zu verlieren. Jetzt bin ich ziemlich erleichtert“, meinte die Salzburgerin, die wegen des Hütter-Sturzes am Start lange warten musste. „Wenn eine Teamkollegin stürzt, ist es noch bitterer“.

Puchner hatte sich im Abfahrtstraining bei der WM 2017 in St. Moritz das Schien- und Wadenbein im rechten Bein gebrochen, das Comeback bezeichnete sie als hart. „Anfang der Saison habe ich öfter Gedanken gehabt, dass ich mich nicht mehr raussehe. Jetzt kann ich das gut abschließen“, erklärte sie. Tagesfünfte wurde Tamara Tippler (0,24). „Ein gutes Ergebnis, das passt. Ein Schritt in die richtige Richtung. Ich freue mich. Echt lässig, dass wir so geschlossen stark sind. Irgendwer schlägt zu.“

Hier das Ergebnis: 

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