Mi, 20. März 2019
04.03.2019 13:46

Blutdoping-Praktiken

Doping-Jäger bestätigen Ermittlungen gegen Denifl

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft hat in der Dopingcausa nun erstmals offiziell Ermittlungen gegen den Tiroler Radprofi Stefan Denifl bestätigt. Der 31-Jährige soll - wie die „Krone“ bereits am Sonntag berichtete - bei Einvernahmen zugegeben haben, die Methode des Blutdopings angewandt zu haben.

Bisher hatte die Anklagebehörde den Namen Denifl nicht ausdrücklich genannt, sondern lediglich von einem Tiroler Radsportler gesprochen. Der Verdacht gegen den Gewinner der Österreich-Radrundfahrt 2017 hatte sich im Zuge der Ermittlungen gegen den deutschen Sportmediziner nach den Doping-Razzien in Seefeld und Erfurt erhärtet. Am Freitag wurde Denifl schließlich einvernommen. Dabei zeigte er sich laut Anklagebehörde geständig. Anschießend wurde der Tiroler wieder enthaftet.

Keine weiteren Sportler oder Sportarten seien in das Visier der Ermittlungen zumindest der Tiroler Behörden gerückt, so Staatsanwaltschafts-Sprecher Thomas Willam. Die Selbstanzeige des steirischen Radprofis Georg Preidler habe jedenfalls nichts mit der Razzia in Seefeld zu tun.

Der Name Preidler sei auch bei den Vernehmungen der kurzfristig festgenommenen fünf Langläufer, darunter die Österreicher Max Hauke und Dominik Baldauf, und Komplizen nicht genannt worden. Man sei jedenfalls weiterhin mit der Auswertung der Ermittlungsergebnisse beschäftigt und warte zudem auf jene in Deutschland, erklärte der Staatsanwaltschafts-Sprecher.

Ob die Ermittlungsverfahren gegen die ausländischen Athleten, einen Kasachen und zwei Esten, an ihre jeweiligen Heimatländer abgetreten werden, bleibt vorerst unklar. „Es ist denkmöglich, dass ein Übernahmeansuchen gestellt wird“, meinte Willam. Die Tathandlung wurde laut dem Sprecher jedenfalls in Österreich gesetzt - also würde den Dreien eine mögliche Gerichtsverhandlung nicht erspart bleiben, selbst wenn in ihren Heimatländern möglicherweise andere gesetzliche Voraussetzungen bezüglich Doping gelten würden. „Der Tatortstaat ist Österreich“, stellte Willam klar.

Die Haftprüfungsverhandlung gegen die in Übernahmehaft befindlichen deutschen Komplizen des hauptverdächtigen Sportmediziners soll am 11. März stattfinden. „Beide wollen wir in München haben“, sagte Staatsanwaltschaft München- Pressesprecherin Anne Leiding am Montag. Das Auslieferungsersuchen solle möglichst zügig umgesetzt werden.

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