25.02.2019 14:32 |

Plattform gegründet

NEOS wollen Beweise für Korruption in WKO sammeln

Die NEOS werfen der Wirtschaftskammer „strukturelle Korruption“ und „indirekte Parteienfinanzierung“ vor - allerdings „fehlen nach wie vor handfeste Belege dafür“, wie sie am Montag in einer Aussendung einräumten. Beweise für Misswirtschaft in der WKO will man nun über eine neue Whistleblower-Plattform sammeln.

Der pinke Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn präsentierte die Plattform am Montag gemeinsam mit Michael Schuster, Bundessprecher der UNOS, pinke Fraktion in der Wirtschaftskammer. Unter wkoleaks.at wollen die NEOS Hinweise sammeln.

„Beiträge versickern im Sumpf der Wirtschaftskammer“
Die Wirtschaftskammer sitze auf einem Milliardenvermögen, das allerdings vielfach nicht zum Wohle ihrer „Zwangsmitglieder“ eingesetzt werde, kritisierten Schellhorn und Schuster in einer Pressekonferenz.

Die Wirtschaftskammer nehme jährlich 992,7 Millionen Euro an „Zwangsbeiträgen“ ein und hätte ein Vermögen von rund 1,5 Milliarden Euro angehäuft, doch würden die Beiträge „im Sumpf der Wirtschaftskammer versickern“, heißt es in einer Aussendung. So gebe es beispielsweise „Luxusbudgets“ für Betriebsausflüge der Wirtschaftskammer. Die NEOS rufen daher dazu auf, sie über Missstände und Korruption in der Wirtschaftskammer zu informieren. Man habe dazu auch ein eigenes Postfach eingerichtet, an das man auch verschlüsselte Mails senden könne.

WKO-Generalsekretär Kopf kritisiert „untergriffigen Debattenstil“
Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf hat die Vorwürfe als „untergriffigen Debattenstil“ zurückgewiesen. „Da geht es nicht mehr um sachliche Kritik, sondern nur mehr um Beschimpfen und Vernadern“, so Kopf in einer Aussendung.

Kopf verweist darauf, dass die Wirtschaftskammer-Organisation nicht nur von einem internen Kontrollamt, sondern auch vom Rechnungshof geprüft werde. Unzählige parlamentarische Anfragen der NEOS zur finanziellen Gebarung seien korrekt und transparent beantwortet worden. „Wenn es Mängel gibt, sind sie umgehend abzustellen. Das ist klar. Aber eine gesamte Organisation und damit ihre Funktionäre und Mitarbeiter ohne Beleg anpatzen zu wollen, geht genauso wenig.“

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