Fr, 22. Februar 2019
10.02.2019 15:23

Jubelstimmung

Der Skisport ist in Österreich wieder beliebt

Nach Jahren des Bangens um die Zukunft des Wintersports herrscht in diesem Jahr Jubelstimmung!

„Skifahren ist tot“, hieß es nach drei schneearmen Wintern in den 1990er-Jahren. Und tatsächlich sah es eine Zeit lang so aus. Mit der Abschaffung der verpflichtenden Schulskikurse stieg die Zahl der Nicht-Skifahrer in Österreich in zwei Jahrzehnten von 40 Prozent auf 62 Prozent an. Alarmstufe Rot!

Rasch wurden Allianzen gegründet und Strategien erarbeitet, um dem Negativtrend entgegenzuwirken. Und siehe da: Diesen Winter herrscht Jubelstimmung! “Es ist die beste Saison, die wir jemals hatten. Das bestätigen die Zahlen der Liftbetreiber“, ist „Mister Ski“ Peter Schröcksnadel begeistert. Auch Franz Schenner von der „Allianz Zukunft Winter“ bestätigt: „Die Auslastung ist sehr gut!“

Neuer Trend als Boom: “Schönskifahren
Ein Grund dafür dürfte neben der guten Schneelage eine neue Skitechnik sein: „Schönskifahren“ heißt der Trend, der auf Ältere und die gestresste Zielgruppe der berufstätigen Mittelschicht abzielt. Im Vordergrund steht der Genuss. Gemütliches, elegantes Skifahren, bei dem es um die Erholung und das Erlebnis in der Natur geht. Schenner: “Wir wollen damit auch Aussteiger motivieren, wieder Ski zu fahren. Und das sind hierzulande 800.000 Menschen, in Deutschland gar zwölf Millionen.“

Viele wagen sich wieder auf die Piste. Trotz der hohen Kosten! Tageskarten um 50 Euro, für eine Skiwoche muss eine vierköpfige Familie tief ins Börserl greifen - 3000 bis 5000 Euro mit Unterkunft und Ausrüstung. „Muss nicht sein“, sagt der Experte. „Man kann in eines der vielen kleinen Skigebiete ausweichen.“

Skiverkauf verzeichnet Steigerung
Laut Wirtschaftskammer hängen hierzulande 190.000 Beschäftigte direkt oder indirekt vom Wintersport ab. Und atmen auf: Skifahren ist, frei nach Wolfgang Ambros, wieder „leiwand“! Der Skiverkauf verzeichnet mit weltweit 3,2 Millionen Paar im Jahr endlich eine Steigerung - sogar im sechsstelligen Bereich. Der Verleih boomt, wie auch der Absatz von Tourenski.

Großes Sorgenkind bleibt der Einstieg in den Skisport: „Vielen Familien fehlt der Bezug. Und Lehrer haben zu wenig Anreize, Schulskikurse zu organisieren.

“Initiative „Skifahr’n“ begeistert 45.000 Kinder
In Tirol hat sich Landeschef Günther Platter eingeschaltet, um mehr Kinder auf die Piste zu bringen. Es geht um schulische Aktionen (verbilligte Karten, günstigere Schulskikurse). Sie finden pro Saison rund 45.000 begeisterte junge Anhänger. „Im heurigen Winter soll diese Zahl erneut um 3000 übertroffen werden“, freut sich Platter.

75 Tiroler Skigebiete sind bei der Initiative „Skifahr’n“ im Boot. Der Erfolg ist kein Zufall, denn bei einer Elternbefragung in Tirol hielten es 94,7 Prozent für wichtig, dass ihr Nachwuchs Ski fahren kann.

„Viele Athleten kommen aus kleineren Orten“
Apropos Nachwuchs: Den braucht auch der Skiverband, um bei kommenden Weltmeisterschaften erfolgreich zu sein: „Der Rennsport hat sich verändert. Viele Athleten kommen aus kleineren Orten abseits der Ski-Metropolen, etwa Vinc Kriechmayr“, sagt ÖSV-Präsident Schröcksnadel, der einen Rückgang beim Vereinssport beklagt. „Wir haben weniger Breite bei den Rennen, aber die Spitze wird auch in Zukunft stark sein!“ Vorbilder wie Marcel Hirscher und Rekordquoten im TV tragen dazu bei.

Anja Richter/Andreas Moser/Iris Wind, Kronen Zeitung

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