08.02.2019 07:10 |

Vorfall im Sozialamt

Salzburger Behörden setzen auf Bündel an Maßnahmen

Im Land Salzburg ist im Vorjahr ein Sicherheitskonzept samt Maßnahmenpaket entwickelt worden, das die Mitarbeiter in den Bezirkshauptmannschaften, aber auch in den auf mehrere Standorte in der Stadt Salzburg verteilten Büros des Landes besser vor Übergriffen schützen soll. „Das Konzept befindet sich seit Herbst in Umsetzung“, sagte Franz Wieser vom Land Salzburg.

Nach der Ermordung des 49-jährigen Sozialamtsleiters auf der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn wird nun ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheitskonzepte in öffentlichen Gebäuden gelegt (siehe Mit diesen Maßnahmen werden Ämter gesichert). Dazu wurden auch in Salzburg einzelne Dienststellen etwa mit Alarmeinrichtungen ausgestattet. „Das trifft natürlich vor allem auf Büros mit Parteienverkehr zu“, sagte Wieser. Sicherheitsschleusen wie auf Gerichten gebe es in den Bezirkshauptmannschaften und den Einrichtungen des Landes nicht. Am Donnerstagnachmittag war im Land ein Gespräch im Referat Sicherheit und Katastrophenschutz angesetzt, ob nach der Bluttat in Dornbirn Handlungsbedarf vorliegt.

Auch Wachpersonal ist in der Landesverwaltung nicht im Einsatz. Mit einer Ausnahme: Nachdem im vergangenen Dezember 15 Tierschützer das Büro von Landesrat Sepp Schwaiger neun Stunden lang belagerten und sich mit Handschellen an Sessel ketteten um ein Gespräch zu erzwingen, wird der Zugang in die sechs Regierungsbüros in der Kaigasse von einem Sicherheitsdienst überwacht. Mittelfristig ist in dem Gebäude auch ein Zutrittssystem bei der Eingangstür vorgesehen.

Bereits jetzt müsse schon bei vielen Abteilungen geläutet werden, um Zutritt zu bekommen, sagte Wieser. Außerdem gibt es - übrigens auch im Chiemseehof, dem Sitz des Landtags und des Landeshauptmanns, Portiere. Wieser sagte es sei ihm ad hoc kein Fall bekannt, wo es in jüngeren Jahren zu Verletzungen von Mitarbeitern gekommen sei. „Aber es kommt durchaus vor, dass jemand ausfällig wird, schreit oder droht.“ Man versuche darum auch die Sensibilität der Mitarbeiter zu schulen, auf das zu achten, was in ihrem Umfeld oder in ihren Stockwerken passiere.

„Jede Maßnahme ist immer auch ein Spagat zwischen offenen Türen in der Landesverwaltung und der Sicherheit für die Bediensteten“, sagte Wieser. Eine Vereinfachung der Situation könnte das neu geplante Landesdienstleitungszentrum schaffen, das in Zukunft einmal zahlreiche Abteilungen an einem Standort vereinen soll. „Ein zentraler Eingang lässt sich sicher besser kontrollieren.“

In der Landeshauptstadt hat der Magistrat in den Büros und Schalterbereichen des Sozial-, Jugend- und Wohnungsamtes schon im Jahr 2014 ein Sicherheitskonzept implementiert - nach einigen kritischen Situationen im Parteienverkehr. Die Arbeit mit teilweise schwierigen Klienten sei für die Mitarbeiter im Amt schon fordernd genug, sagte die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) am Donnerstag. „Es gibt immer wieder einmal Vorfälle, pro Jahr kommt es zu zwei bis drei gröberen Geschichten“. Zuletzt habe man etwa um den Jahreswechsel ein Betretungsverbot aussprechen müssen.

Das Sicherheitskonzept umfasse etwa Schulungen durch den kriminalpolizeilichen Beratungsdienst, freiwillige Selbstverteidigungskurse, mobile Alarmgeräte, interne Alarmierung per Telefonschaltung, eine Alarmschaltung direkt zur Polizei, Brandschutz-Optimierung sowie räumliche Adaptierungen. Insgesamt habe sich das Sicherheitskonzept bewährt, hieß es aus der Abteilung. Die Zahl der kritischen Situationen habe abgenommen. „Wir werden den aktuellen Vorfall aber zum Anlass nehmen, die Schulungen wieder aufzufrischen“, sagte Hagenauer.

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