So, 24. Februar 2019
01.02.2019 06:00

Arbeiten laufen weiter

Nach Lawine: Hotel in Ramsau hat wieder geöffnet

17 Tage ist es her, dass eine Lawine, wie sie nur alle 150 Jahre vorkommt, in Ramsau am Dachstein zwei Gebäude traf. Ins Hotel Pehab, dessen verwüsteter Speisesaal noch länger eine Baustelle bleibt, sind bereits vorige Woche wieder Gäste eingezogen. Und die Experten tüfteln derweil eifrig am zukünftigen Lawinenschutz.

Die gute Nachricht: Die Gäste haben sich von den Horrormeldungen am 15. Jänner nicht abschrecken lassen. Zum Nachtslalom im nahe gelegenen Schladming war das Hotel Pehab auch heuer bummvoll. Als Speisesaal dienen derzeit die Stuben im Altbau, erklärt Junior-Chefin Clarissa Prugger. Denn, so die schlechte Nachricht: Der große Speisesaal ist noch länger unbenutzbar. „Dort wird gearbeitet, weil alles kaputt ist - die Möbel, die Elektrik, die Heizung. Die Nässe ist sogar bis in die Bar darunter gesickert, obwohl das Heer alles in Rekordzeit ausgeschaufelt hat.“

Bis knapp unter die Decke lag der Schnee am Morgen des 15. Jänner im Haus. An das Ereignis selbst hat Clarissa nur die eine Erinnerung: „Wir haben im Obergeschoß geschlafen und sind von einem Tuscher aufgewacht.“ Jetzt hofft sie, dass der Katastrophenfonds bei den Kosten hilft. In den 220 Jahren, seit das Haus in Familienbesitz ist, habe es nie eine solche Lawine gegeben.

Lawine hat alle Erwartungen übertroffen
Deshalb sei das Gebäude in jener Nacht auch nicht evakuiert worden, erinnert sich Bergretter Heribert Eisl, der in der Ramsauer Lawinenkommission sitzt. „Die anderen Lawinen sind alle im normalen Rahmen geblieben oder sogar kleiner gewesen als sonst. Nur diese eine hat alle Erwartungen bei weitem übertroffen.“

Am Schutzplan wird fieberhaft gearbeitet
Gewaltige 150.000 Kubikmeter Schnee rasten am 15. Jänner um 1 Uhr früh zu Tal. 2018 hatten die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung errechnet, dass die „Eiskar-Lawine“ statistisch nur alle 150 Jahre so groß wird, wie Sektionsleiter Max Pöllinger erzählt. Er arbeitet fieberhaft am neuen Lawinenschutzplan, der nach dem Schneechaos für alle betroffenen Gebiete der Steiermark erstellt wird.

Kommt ein Damm?
Welche Schutzmaßnahmen in Ramsau am sinnvollsten sind, wird derzeit durch Computersimulationen ermittelt. Denkbar seien etwa Höcker und Dämme bei der Bergstation Klanglift, so Pöllinger. „Das Problem ist, dass eine Staublawine wie diese hoch über dem Boden großen Druck entwickelt. Auch ein Damm unmittelbar oberhalb der Häuser kommt in Frage. Wobei ein Zehn-Meter-Damm mitten in Ramsau eher nicht ins Ortsbild passen dürfte.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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