So, 17. Februar 2019
29.01.2019 13:43

FMA warnt:

Betrug mit Kryptogeld wie dem Bitcoin boomt

Die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hat im vorigen Jahr deutlich mehr Hinweise auf Betrug in Verbindung mit Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum bekommen. 76 Hinweise, die über das anonyme und nicht rückverfolgbare Hinweisgebersystem kamen, bezogen sich auf Betrug mit digitalen Währungen. Insgesamt stieg die Zahl der Hinweise von 208 auf 232, 94 Prozent davon waren relevant, rund 60 Prozent bezogen sich auf Anlagebetrug.

Mehr als die Hälfte der Hinweise auf Anlagebetrug bezog sich im Vorjahr auf Kryptowährungen und sogenannte ICOs („Initial Coin Offerings“), also den Verkauf von neuen Kryptowährungen, erläuterten die beiden FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller am Dienstag im Klub der Wirtschaftsjournalisten in Wien.

„Bin oft erschüttert, was hier gemeldet wird“
Besonders oft wird beim „Krypto-Betrug“ ein Bezug auf „Krypto-Gold“ oder „neue und vielversprechende Krypto-Coins“ hergestellt. Mit dem Bezug auf Gold etwa in der Bewerbung werde ein Wert suggeriert und symbolisiert, der nicht bestehe. Generell würden Betrüger hohe Renditen bei geringem Risiko, Chancen durch Insiderinformationen oder anderer lukrative Geschäftsideen versprechen. „Ich bin oft erschüttert, was hier gemeldet wird“, meinte Kumpfmüller.

Bei der Regulierung von Krypto-Assets gebe es zwei Stoßrichtungen, erläuterten die FMA-Vorstände. Einerseits gehe es darum, die Konten (Wallets), auf denen die Krypto-Assets gespeichert sind, sowie die betreffenden Handelsplätze den Geldwäschepräventionsregeln zu unterwerfen. Andererseits gehe es darum, Kryptowährungen in die Regulierung von Finanzinstrumenten (MiFid) hineinzubekommen. Derzeit gebe es aber noch keinen Konsens darüber, was Kryptowährungen sind.

219 Whistleblowing-Hinweise, 42 Ermittlungsverfahren
Aufgrund der 219 in den Zuständigkeitsbereich der FMA gefallen Whistleblowing-Hinweise wurden im Vorjahr 42 behördliche Ermittlungsverfahren geführt, 23 Anzeigen erstattet, zehn Investorenwarnungen veröffentlicht, vier Managementgespräche geführt, drei Vor-Ort-Prüfungen durchgeführt, zwei Einsichtnahmen vorgenommen, eine Fit&Proper-Überprüfung durchgeführt, ein Eigentümer-Kontrollverfahren geführt und eine Überprüfung eines internen Revisionsberichtes durchgeführt. 29 Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.

Erfolgreich verläuft laut Kumpfmüller die FMA-Initiative „Proportionalität“, mit der kleinere Banken unter fünf Milliarden Euro Bilanzsumme bei der Regulierung und Beaufsichtigung weniger streng behandelt werden sollen. Das auf diesem Konzept beruhende neue europäische Bankenregulierungspaket, auf das sich Rat, Kommission und Parlament im Dezember geeinigt haben, sollte noch vor der EU-Parlamentswahl abgeschlossen werden. Es bringe eine wesentliche regulatorische Entlastung für kleinere und mittlere Banken, worunter rund 90 Prozent der österreichischen Banken fallen. Die Regulierungskosten werden um mindestens 20 Prozent sinken und Risiken begrenzt. Der Grundsatz der Proportionalität werde über die Bankenregulierung hinaus zunehmend Anwendung finden, so Kumpfmüller.

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