02.02.2019 06:00 |

krone.at-Test

Der Joker im Zwielicht: Panasonic Lumix LX100 II

Für den schnellen Schnappschuss aus der Hüfte genügt heute in aller Regel das Smartphone. Doch es gibt immer noch Szenarien, in denen eine ausgewachsene Kamera im Vorteil ist - im Zwielicht auf der einen und beim Zoomen auf der anderen Seite. Mit der Lumix LX100 II bringt Panasonic eine Kamera für ersteres Szenario in Stellung, die mit sehr lichtstarker F/1.7-Optik und großem Four-Thirds-Sensor aufwartet. Der Joker im Zwielicht? Wir haben den Test.

Einen so großen Sensor findet man selten in einer Kompakten: Panasonic spendiert der LX100 II einen 17,1 mal 11,8 Millimeter großen CMOS-Sensor im FourThirds-Format, der eine Auflösung von 17 Megapixeln bietet. Ihm steht ein mit F/1.7-Anfangsblende sehr lichtstarkes Objektiv mit 24 bis 75 Millimetern Brennweite zur Seite. Beste Voraussetzungen also für gute Fotos im schlechten Licht.

Sehr gute Schlechtlichtqualitäten
Ein nächtlicher Streifzug durch Wien bestätigt die hohe Schärfe, eine sehr gute Lichtausbeute und ein für ein so kompaktes Gerät erstaunlich geringes Rauschaufkommen bei der LX100 II. Tatsächlich knipst die LX100 II im Schlechtlicht so gute Fotos, dass uns die Abwesenheit eines Blitzes gar nicht gestört hat.

Saubere Fotos liefert die LX100 II auch in Innenräumen. Selbst bei gedimmtem Licht knipste Panasonics Neue im Test scharfe und rauscharme Bilder mit natürlicher Farbdarstellung. Für Familienfotos mit natürlichem Teint statt bleichen Blitzgesichtern ist die Kamera mit dem großen Sensor ebenso gut zu gebrauchen wie für detailreiche Fotos mit klarem Fokus im hellen Licht oder unter freiem Himmel.

Mehr Zoom und Klappdisplay wünschenswert
Ist die LX100 II also eine fotografische Allzweckwaffe? Nicht ganz! Im Test hätten wir uns das eine oder andere Mal etwas mehr Zoom gewünscht, auch wenn man Motive bei 17 Megapixeln Auflösung durchaus noch bis zu einem gewissen Grad vergrößern kann. Weiters fehlt uns ein klappbares Display für ungewöhnlichere Perspektiven.

Im Videobereich gibt es ebenfalls einen kleinen Makel: Zwar liefert die LX100 II mit ihrem großen Sensor und dem lichtstarken Objektiv tolle Videos bis hinauf zu 4K-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde oder Full-HD bei 60 Bildern pro Sekunde. Allerdings fehlt ihr für vollständige Glückseligkeit im Videobereich ein Mikrofonanschluss.

Gute Ausstattung, fehlender Blitz stört kaum
Abgesehen von diesen Problemchen hat uns die Ausstattung aber sehr gut gefallen. Der optische Bildstabilisator macht Verwackler selten, die Automatik arbeitet zuverlässig. Makro-Fotografen freuen sich über eine Naheinstellgrenze von drei Zentimetern. Sowohl der - recht kleine - elektronische Sucher mit 2,76 Millionen Pixeln als auch das Drei-Zoll-Touchdisplay mit 1,24 Millionen Bildpunkten stellen Motive scharf dar.

Dass es keinen Blitz gibt, stört angesichts der famosen Schlechtlicht-Leistung der LX100 II aus unserer Sicht nicht. Die Anschlussausstattung inklusive WLAN und Bluetooth zur Fernsteuerung der Kamera mit dem Smartphone oder zum Übertragen von Bildern ist ebenfalls zeitgemäß. Mit 350 Gramm Gewicht und Maßen von 11,5 mal 6,6 mal 6,4 Zentimetern ist die LX100 II schön handlich.

So gut wie alles mechanisch einstellbar
Während Klapp-Display-Fans bei der LX100 II nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen werden, bereitet Panasonics Kompakte Freunden von Drehreglern, Objektivringen, Schaltern und Knöpfen umso mehr Freude. An der LX100 II kann nämlich so gut wie alles manuell eingestellt werden: Von der gewünschten Blende über das Bildformat - 16:9, 4:3, 3:2, 1:1 für Instagram - bis hin zu Verschlusszeit und Autofokusmodus kann alles direkt an der Kamera eingestellt werden.

Der Nachteil: Anfängern verlangt es ein bisschen Zeit ab, alle Möglichkeiten der LX100 II zu erforschen und sich mit ihr vertraut zu machen. Hat man das aber einmal getan, bieten die vielen Knöpfe der Kamera eine komfortable Möglichkeit, die gewünschten Bildeinstellungen zu treffen, ohne sich durch allzu viele Menüs zu quälen.

Eine weitere Stärke der LX100 II: Die Edel-Kompakte ist sauber verarbeitet und macht mit ihrem stabilen Metallchassis einen langlebigen Eindruck. Verarbeitungsmängel konnten wir am Testgerät keine erkennen. Dass die vielen mechanischen Schalter eher schwergängig sind, könnte manche Nutzer stören, verhindert gleichzeitig aber auch ungewollte Fehleingaben.

Fazit: Panasonic liefert mit seiner LX100 II einen nicht nur, aber ganz besonders im Zwielicht starken kompakten Foto-Begleiter ab, der - wenn es nicht um Zoomstärke geht - in so gut wie allen Situationen schöne Bilder knipst. Videoschaffende und Klapp-Screen-Fans werden zwar nicht ganz glücklich mit der LX100 II, Freunde mechanischer Bedienelemente dafür erst recht.

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Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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