Mi, 23. Jänner 2019

Derzeit einsame Spitze

06.01.2019 19:52

Das ist Tournee-Grand-Slam-Held Ryoyu Kobayashi!

Ryoyu Kobayashi ist kein typischer Japaner. Der 22-Jährige ist höflich, doch Bescheidenheit ist keines seiner Wesensmerkmale. Braucht es auch nicht zu sein. Denn Kobayashi dominierte die 67. Vierschanzentournee nach Belieben und beeindruckte mit seiner Leichtigkeit. Auf seiner Lieblingsschanze in Bischofshofen vollendete er am Sonntag als dritter Springer den Grand Slam. 

Kobayashi schwebt im WM-Winter derzeit auf Wolke sieben, auf seinen ersten Weltcupsieg in Ruka folgten bisher sieben weitere. Zwei Jahre nach seinem Weltcup-Debüt (7. Platz in Zakopane) hat er einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Dazwischen musste der Sohn eines Sportlehrers aus dem Norden Japans auch Tiefs überwinden.

Doch schon bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang deutete er mit den Rängen sieben und zehn (Großschanze) seine Klasse an, im heurigen WM-Winter gelang ihm der Durchbruch - Kobayashi gibt den Takt vor, er stand in elf Bewerben zehn Mal auf dem Podest.

Nichts bringt ihn aus dem Rhythmus
Es scheint, als könne den „Überflieger“ nichts aus dem Rhythmus bringen. Schon vor dem Tournee-Finale war er sich seiner Sache sicher gewesen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass mich jemand aufhält“, hatte Kobayashi in Innsbruck angesichts von 25 Metern Vorsprung erklärt. Auch den Saisonrekord von Peter Prevc mit 15 Siegen (2015/16) hält er nicht für unerreichbar. „Warum soll ich das nicht schaffen?“, meinte der überlegene Weltcup-Spitzenreiter vollmundig.

Die Flüge des 1,73 m großen Athleten wirken nie riskant, er ist beim Gewicht im Gegensatz zu manchem Konkurrenten nicht am unteren Limit. Seine Technik ruft Bewunderung hervor. Kobayashi nütze den Radius optimal aus, er sei nach dem Absprung so früh in perfekter Position wie kaum ein anderer, er sei ständig ideal in Balance, sagen die Trainer. „Mein System ist sehr stabil, ich kann es immer wiederholen“, erklärte Kobayashi und nannte seine mentale Stärke als weiteren Trumpf.

Von Kazai viel gelernt
Diesen „Flow“ kannten auch seine Vorgänger als Tourneesieger. Doch Stefan Kraft und Kamil Stoch müssen sich vorerst mit Teilerfolgen wie dem besten Sprung eines Durchgangs hinter dem „verrückten Japaner“ (Eigendefinition Kobayashi) einreihen und Peter Prevc kämpft aktuell abseits des Weltcups um seine Form. Kobayashi fiel seine aktuelle Überlegenheit aber nicht in den Schoß. „Ich habe viel von Noriaki (Kasai, Anm.) gelernt“, sagte er über seinen 24 Jahre älteren Kollegen aus dem Firmenteam Tsuchiya, einem Wohnbau- und Immobilienkonzern. „Wie man als Athlet lebt und auch was die Technik betrifft.“

Dabei blickt der Bruder von drei skispringenden Geschwistern auch über den Tellerrand hinaus. „Ich habe mir im Video sehr viele gute Springer angesehen und daraus gelernt“, verriet Kobayashi, ohne Namen zu nennen. In der Heimat wird Kobayashi in Sapporo vom Finnen Janne Väätäinen trainiert. Die punktelose Weltcup-Saison 2016/17 habe einen Wandel in der Einstellung bewirkt, sagte der Finne der „Tiroler Tageszeitung“. „Als Ryoyu verstanden hat, mehr machen zu müssen, als nur Porsche zu fahren, ist er gut geworden.“ Für Autos, Mode und Musik interessiert sich Kobayashi immer noch. Doch nun ist er auch beim Gewinnen auf den Geschmack gekommen.

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