05.01.2019 06:00 |

Vorsorge

Im Winter an Hautschutz denken

Verwenden Sie vor allem beim Aufenthalt im Gebirge immer einen geeigneten Sonnenschutz! Dadurch lässt sich das Risiko für Hautschäden - wie frühzeitige Alterung oder gar Krebs - reduzieren.

Nur weil uns die Sonne im Winter nicht so sehr ins Schwitzen bringt wie während der warmen Jahreszeit, bedeutet dies nicht, dass weniger Risiko von ihr ausgeht. UV-Strahlen sind immer präsent, selbst wenn sich die Haut kalt anfühlt. Besonders intensiv ausgesetzt ist man ihnen beim Skifahren oder Wandern in den Bergen beziehungsweise beim beliebten Einkehrschwung auf der Terrasse der Skihütte. Ebenfalls zu beachten: Die im Winter sonnenentwöhnte Haut bildet weniger Melanin (Pigment, das zur Bräunung der Haut führt) und besitzt dadurch einen geringeren Eigenschutz.

Sonne und Kälte - ein gefährliches Duo
Pulverschnee und Sonnenschein - es gibt wohl nichts Schöneres für Wintersportler. Der Vorarlberger Hautspezialist DDr. Gerald Rehor gibt jedoch zu bedenken: „Schnee im Gebirge reflektiert bis zu 90 Prozent der in Höhenlagen ohnedies stärkeren UVB-Strahlung und fördert damit - auch bei bedecktem Himmel - Sonnenbrand und vorzeitige Hautalterung. Dazu kommen noch Eiseskälte und Wind, was die Haut zusätzlich austrocknet und schädigt.“ Der Arzt erinnert auch an die besonderen Bedürfnisse zarter, sensibler Kinderhaut. Diese neigt durch die noch nicht so ausgeprägte körpereigene Talgproduktion bereits bei Temperaturen unter acht Grad Celsius zu juckenden, roten Flecken und Feuchtigkeitsverlust.

Frühe Schäden mit fatalen Spätfolgen
Die Haut vergisst nicht und merkt sich jeden Sonnenbrand. „Oftmalige, intensive UV-Belastung in jungen Jahren kann im fortgeschrittenen Alter bestenfalls zu vielen Falten, aber auch zum mittlerweile immer häufiger auftretenden weißen Hautkrebs führen. Dieser bildet zwar seltener Metastasen, bleibt aber oft lange unbemerkt und bedarf bisweilen großräumiger Operationen“, weist Hautkrebsspezialist Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld vom Dermatologikum Wien auf die Risiken für Spätfolgen hin. Zurück bleiben möglicherweise offene Stellen, Furchen oder Narben, was im Gesicht besonders unangenehm ist und aufwändige plastisch-ästhetische Eingriffe nach sich ziehen kann. Daher bereits ca. 30 Minuten vor dem ersten Pistenschwung immer Sonnencreme auf Gesicht, Nase, Ohren und Hals auftragen.

Richtiger Sonnenschutz in den Bergen
Die Experten warnen davor, im Winter die Restbestände der Sonnenschutzmittel vom Sommer aufzubrauchen: „Cremes für die heiße Jahreszeit haben eine feuchtigkeitsspendende Öl-in-Wasser-Rezeptur, das heißt, sie beinhalten viel Wasser. Da dieses aber bei Winterkälte auf der Haut gefriert, muss guter Winter-Sonnenschutz mit deutlich mehr pflegendem Fett ausgestattet sein.“ Unmittelbar vor dem Auftragen des Sonnenschutzes auf Feuchtigkeitscreme verzichten und keinesfalls mit Kälteschutz-Kosmetika vermischen. „Man kann nicht vorhersehen, wie sich diese beiden Rezepturen vertragen. Im schlechtesten Fall nimmt eine der Wirkungen dadurch ab oder wird gar ganz aufgehoben. Eine perfekte Sonnencreme für den Wintersport beinhaltet gleichzeitig auch guten Kälteschutz“, erläutert DDr. Rehor.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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