Nach Tod von Säugling

Charité: Baby-Drama „hat nichts mit Keimen zu tun“

Ausland
13.12.2018 16:37

Nach dem herzzerreißenden Bericht einer deutschen Bloggerin über den tragischen Tod ihres nur zwei Tage alten Sohnes in einer Klinik der Berliner Charité hat sich das Krankenhaus am Donnerstag gegenüber krone.at zu Wort gemeldet. Man bedaure den Tod des Kindes, den Eltern gelte „unser vollstes Mitgefühl“, aber „der Fall hat absolut nichts mit Krankenhauskeimen zu tun“.

Die Berliner Bloggerin Diana June, die vor einer Woche ihren neugeborenen Sohn unter tragischen Umständen verloren hatte, schilderte in ihrer Instagram-Storys die schrecklichsten Momente in ihrem bisherigen Leben und erhob auch schwere Vorwürfe gegen die Virchow-Klinik in Berlin. So seien ihre Hinweise und die ihres Partners über den schlechten Gesundheitszustand ihres „mit perfekten Werten“ zur Welt gekommenen Sohnes abgetan worden, man habe sie „als überfürsorgliche“ Eltern belächelt.

Doch irgendwann sei es zu spät gewesen. Nach einer Lungenentzündung, aus der sich eine Sepsis entwickelt habe, sei der nur zwei Tage alte Säugling gestorben. Wieso es dazu gekommen war, darüber hätten sie noch immer keine Informationen bekommen, so Diana June.

„Irgendwo wird jetzt an meinem Baby herumgeschnitten“
Niemand rede mit ihnen, keiner der Ärzte - „mit denen wir vorher per Du waren“ - habe Beileid gewünscht oder sich gemeldet, so die Bloggerin, die 178.000 Abonennten hat. „Jetzt liegt mein Baby irgendwo rum und wird untersucht, an seinem Körper wird herumgeschnitten. Wie sollen wir jetzt noch weiterleben?“ Sie seien am Ende ihrer Kräfte.

Der Eingang zum Virchow-Campus in Berlin (Bild: AFP)
Der Eingang zum Virchow-Campus in Berlin

Auf einen Verdacht, die Diana June in dieser Story geäußert hatte - nämlich dass sie von multiresistenten Keimen auf der Frühchen-Intensivstation derselben Klinik gelesen hatte -, reagierte am Donnerstag die Berliner Charité, zu der der Virchow-Campus gehört. „Wir bedauern den Tod des Kindes, und unser volles Mitgefühl gilt den Eltern“, heißt es von der Pressesprecherin der Klinik, Manuela Zingl, gegenüber krone.at.

„Vorwürfe in Anbetracht der Situation menschlich nachvollziehbar“
Die Vorwürfe seien „in Anbetracht der Situation menschlich nachvollziehbar“. Allerdings könne man sich derzeit nicht detailliert zu dem Fall äußern, da der Charité „bisher keine Entbindung von der Schweigepflicht durch die Eltern vorliegt“, so Zingl. Was man aber definitiv sagen könne: „Der Fall hat absolut nichts mit Krankenhauskeimen zu tun.“

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