Mo, 19. November 2018

„Geplanter Verschleiß“

25.10.2018 10:26

Apple und Samsung zu Millionenstrafe verdonnert

Italiens Wettbewerbshüter haben Apple und Samsung wegen „geplanten Verschleißes“ ihrer Smartphones mit Millionenstrafen belegt. Wegen gezielter Drosselung der Leistungsfähigkeit älterer Geräte muss Apple zehn Millionen Euro Strafe zahlen, Samsung fünf Millionen Euro, wie die Kartellbehörde am Mittwoch in Rom mitteilte. Weltweit hatten sich Nutzer zuvor über die nachlassende Leistung älterer Smartphones beklagt.

Ermittlungen hatten laut der Behörde ergeben, dass sich Apple und Samsung „unlauterer Geschäftspraktiken“ schuldig gemacht hätten. Updates von Betriebssystemen verursachten demnach „schwerwiegende Fehlfunktionen“ und „reduzierten die Leistung deutlich“. So seien die Kunden gedrängt worden, schneller neue Geräte zu kaufen.

Smartphones ausgebremst
Apple hatte mit Updates seines mobilen Betriebssystems iOS eine „Speed-Bremse“ für ältere iPhone-Modelle - 6, 6S, SE und schließlich auch 7 - eingeführt. Durch die Drosselung der Prozessorleistung solle verhindert werden, dass Spitzenbelastungen entstehen, die ältere Akkus überfordern und zu unerwarteten Abstürzen führen könnten, argumentierte das Unternehmen. Kritiker vermuteten jedoch, dass der Konzern Nutzer älterer Geräte nur schneller zum Umstieg auf neuere Modelle bewegen wollte. Samsung kreideten die Wettbewerbshüter ein Update für dessen Galaxy Note 4 an.

Kunden nicht ausreichend informiert
Die Strafe für Apple fiel doppelt so hoch aus, weil das Unternehmen seine Kunden auch nicht ausreichend über die Leistungsfähigkeit der Smartphone-Akkus aufgeklärt habe, erklärte die italienische Kartellbehörde. Auch über mögliche Maßnahmen für eine längere Lebensdauer der Akkus habe Apple nicht ausreichend informiert. 
Die Wettbewerbshüter hatten die Untersuchungen im Jänner eingeleitet. Zeitgleich starteten die Behörden in Frankreich Ermittlungen nach Klagen von Kunden über die Langsamkeit älterer Handys. In den USA sieht sich Apple mit einer Sammelklage konfrontiert.

 krone.at
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