Mi, 21. November 2018

Nagelpilz

22.10.2018 06:00

Mit Geduld von der Infektion befreit

Der Befall ist meist sehr hartnäckig und heilt nie von selbst! Gezielte Therapie und Durchhaltevermögen sind die Säulen einer erfolgreicher Behandlung eines Problems, das nicht nur kosmetischer Natur ist.

Ab dem 40. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit für diese Infektion. Die Hälfte der über 60-Jährigen leidet an einer Pilzinfektion (Mykose) der Zehennägel. „Menschen mit chronischen Erkrankungen, Raucher und Diabetiker zählen ebenso zur Risikogruppe wie ältere Personen mit schlechter Durchblutung“, erklärt Dr. Claudia Heller-Vitouch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Ärztliche Leiterin des Pilzambulatoriums Hietzing. „Sehr häufig ist die Infektion aber auch bei jungen Menschen, vor allem Sportlern nachweisbar, was als athletischer Fuß bezeichnet wird.“

Die Medizinerin betont, dass es sich bei den typischen Anzeichen wie verdickten, bröckeligen, manchmal verfärbten Finger- oder Zehennägeln nicht allein um ein kosmetisches Problem handelt: „In vielen Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein Großteil der Patienten über Schmerzen beim Gehen, Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten sowie psychosoziale Probleme klagt.“ Der Pilz zerstört langsam, aber stetig die Nagelplatte und vermag auf die umliegende Haut überzugreifen. Meist sind auch die Zehenzwischenräume betroffen, dann können Bakterien eindringen und schwere Entzündungen (Rotlauf!) nach sich ziehen.

Der Erreger - am häufigsten handelt es sich um jenen mit dem sperrigen Namen Trichophyton rubrum - dringt über krankhafte Veränderungen der Nägel oder kleine Verletzungen ein und besiedelt die Nagelspitze, schließlich das Nagelbett und wandert bis in die Nagelwurzel, wie die „Ärzte Krone“ berichtet. Dabei entwickeln sich Verhornungen unter der Nagelplatte, die dadurch angehoben wird und sich gelblich verfärbt. Insgesamt erscheinen die Nägel verdickt, glanzlos, stumpf und werden brüchig.Vor einer Behandlung ist ärztliche Diagnose erforderlich, weil sich auch andere Erkrankungen mit ähnlichen Anzeichen bemerkbar machen. Außerdem wird die Art des Pilzes bestimmt, um die Therapie darauf abstimmen zu können.

Wie wird behandelt? Dr. Heller-Vitouch: „Dafür stehen verschiedene Antimykotika als Lösung, Salbe oder Lack sowie in Tablettenform zur Verfügung. Die äußerliche Anwendung von Lacken ist dann angezeigt, wenn nur ein Teil des Nagels oder der Nagelrand vom Pilz betroffen sind. Bei mehr als 50 Prozent Ausdehnung und Befall auf mehreren Zehen wird auf innerliche Anwendung mit Kapseln oder Tabletten zurückgegriffen, die unter ärztlicher Aufsicht, ausreichend lange und konsequent erfolgen muss, bis wieder komplett gesunder Nagel nachgewachsen ist.“ Um sich nicht erneut anzustecken, während und nach Abschluss der Behandlung Schuhe desinfizieren, Socken, Handtücher und Waschlappen bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen.

So können Sie einer Infektion vorbeugen

  • In öffentlichen Duschen, beim Sport, in Bädern und der Sauna immer Badeschlapfen tragen.
  • Schuhe (bequeme Modelle!) und Strümpfe aus atmungsaktiven, natürlichen Materialien anziehen.
  • Ebenso wie oben als Begleitmaßnahme zur Behandlung bereits erwähnt, Socken wählen, die man mit 60 Grad waschen kann. Für andere Materialien pilztötendes Feinwaschmittel verwenden. Schuhe desinfizieren.
  • Die Füße nach dem Waschen bzw. Duschen immer gut abtrocknen, für trockenes Hautmilieu sorgen.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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