Mi, 19. Dezember 2018

Grand Prix von Japan

07.10.2018 09:51

Hamilton souverän! Vettel-Crash mit Verstappen

Lewis Hamilton steht unmittelbar vor seinem fünften WM-Titel. Der Mercedes-Pilot könnte nach einem souveränem Sieg am Sonntag im Grand Prix von Japan bereits im nächsten Rennen in zwei Wochen in Austin in den USA erneut als Formel-1-Weltmeister feststehen. Sein erster Verfolger Sebastian Vettel im Ferrari kam in Suzuka nach einer Kollision mit Max Verstappen nicht über Platz sechs hinaus.

Hamilton baute seinen Vorsprung auf Vettel vier Rennen vor Schluss auf 67 Punkte aus. Gewinnt der 33-Jährige auch in Austin und Vettel wird nicht Zweiter, hätte er seinen Titel erfolgreich verteidigt. „Wir haben Stärke gezeigt“, meinte Hamilton nach seinem vierten Sieg in Serie. Austin sei in der Vergangenheit eine gute Strecke für Mercedes gewesen. „Ich kann es nicht erwarten, das Biest dort loszulassen.“

Mit „Biest“ meinte Hamilton seinen an diesem Wochenende unantastbaren Mercedes-Boliden. Der Titelverteidiger erzielte in allen Trainings Bestzeit. Im Rennen setzte er sich vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und Red-Bull-Pilot Verstappen durch. Es war der 71. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, der 50. für Mercedes. Nach der Zieldurchfahrt stieß Hamilton einen Freudenschrei aus. „Ich liebe euch, Leute“, ließ er seine Boxencrew wissen.

Der Engländer war auch bei deutlich wärmeren Bedingungen als an den vorangegangenen Tagen ungefährdet. Eine Stallorder wie vergangene Woche in Sotschi, als Mercedes Hamilton an Bottas vorbeigelotst hatte, war diesmal nicht notwendig. Hamilton landete seinen neunten Saisonsieg, den ersten in Start-Ziel-Manier. Sechs der vergangenen sieben Rennen hat der Dominator der zweiten Saisonhälfte gewonnen.

Vettel war nach einem misslungenen Reifen-Poker im Qualifying nur von Startplatz acht ins Rennen gegangen, machte aber schon in der ersten Runde vier Plätze gut. Nach einer Safety-Car-Phase attackierte der Deutsche Verstappen innen, drehte sich nach dem etwas zu ungestümen Manöver aber von der Strecke und wurde ans Ende des Feldes durchgereicht.

„Ich wollte vorbei, aber ich war nicht verzweifelt“, betonte Vettel. „Ich habe eine Lücke gesehen. Die Lücke war da.“ Seine Aktion bedauerte er nicht, die folgende Aufholjagd endete auf Rang sechs - hinter Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull und seinem Stallgefährten Kimi Räikkönen. Ferrari verzichtete im Finish auf einen umstrittenen Positionstausch, die WM scheint ohnehin entschieden. Vettel entriss Hamilton mit der schnellsten Rennrunde im letzten Abdrücker zumindest noch einen „Grand Slam“.

Verstappen war schon in der Startphase nach einem Verbremser gnadenlos gewesen, drängte Räikkönen von der Strecke und kassierte dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe. Dennoch reichte es für den Niederländer am Ende zum siebenten Podestplatz der Saison. Im Finish attackierte der 21-Jährige sogar noch Bottas, kam aber nicht am beim Topspeed stärkeren Mercedes des Finnen vorbei.

„Der Red Bull war richtig stark heute, auf den Longruns das stärkste Auto“, meinte selbst Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Ganz sorgenfrei war der Wiener im Rennen nicht, hatte Hamilton doch mitunter eine schlechte Fahrbarkeit des Motors gemeldet. Blasenbildung an den Reifen sei die Folge gewesen. „Jetzt haben wir einmal einen guten Sprung gemacht“, sagte Wolff über die WM. „Schauen wir, wie es mit den nächsten Rennen weitergeht.“

Mit neun Saisonsiegen hat Hamilton jedenfalls bereits seine Vorjahresmarke eingestellt. Mit seinem fünften WM-Titel würde der Brite als Nummer zwei der ewigen Bestenliste zur argentinischen Legende Juan Manuel Fangio aufschließen. Lediglich Rekordchampion Michael Schumacher (7 Titel) würde dann noch vor ihm liegen. „Das Glücksgefühl, das ich in mir habe, ist unglaublich“, erklärte Hamilton vor der Siegerehrung.

Auch in der Konstrukteurs-WM scheint Mercedes der Titel bei 78 Punkten Vorsprung auf Ferrari nicht mehr zu nehmen. Red Bull zeigte in Japan zwar mit den Plätzen drei und vier auf, Ferrari in der Teamwertung noch zu erreichen ist für die dritte Kraft aber nicht mehr realistisch. Red Bulls Zweitteam Toro Rosso verpasste im Land von Motorenpartner Honda trotz Startplätzen in den Top Ten WM-Punkte. Pierre Gasly wurde Elfter, Brendon Hartley landete auf Rang 13.

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