Mi, 12. Dezember 2018

Kinder verwiesen

05.10.2018 15:00

Supermarkt-Kassiererin massiv von Vater bedroht

Weil sie zwei volksschulpflichtige Kinder wiederholt beim Anbetteln von Kunden beobachtet und schließlich der Filiale verwiesen hat, lebt eine Supermarktkassiererin in Angst vor Racheaktionen. Der Vater hatte die Frau lautstark im Geschäft bedroht: „Ich schicke Tschetschenen.“

Das Brisante: Die Eltern der Bettelkinder aus einer Zuwandererfamilie leben in einem angrenzenden Gemeindebau im 21. Bezirk. Die bedrohte Kassiererin - selbst türkischer Abstammung, aber seit rund 20 Jahren in Österreich - wohnt ebenfalls in der weitläufigen Wohnhausanlage.

„Erziehen Sie Ihre Kinder besser“
Nach Aussagen von Zeugen kam zuerst die Mutter in den Supermarkt, um die Kassiererin zur Rede zu stellen. Diese erwiderte: „Erziehen Sie Ihre Kinder doch besser!“ Daraufhin soll der Vater in die Filiale gestürmt sein und lautstark mit den „Tschetschenen“ gedroht haben.

„Hier muss hart durchgegriffen werden“
Seitens der Filialleitung wurde nach Rücksprache mit der Konzernzentrale Anzeige bei der Polizei erstattet, berichtet der Floridsdorfer Bezirksrat Hans Jörg Schimanek (WIFF). „Hier muss hart durchgegriffen werden. Wie kommen Supermarktmitarbeiterinnen, die sich ihr Geld wahrlich nicht leicht verdienen, dazu, bei Dunkelheit ihren Nachhauseweg von der Filiale aus Angst vor Racheaktionen nur in Begleitung zu absolvieren?“, so Schimanek. Eine Antwort aus der Firmenzentrale zum Fall steht bislang noch aus.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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