Di, 16. Oktober 2018

Ungewöhnliches Wetter

19.09.2018 14:07

Heuer wärmstes Sommerhalbjahr seit 1767

Der September dauert zwar noch einige Tage, aber eines steht schon fest: „Wir haben das wärmste Sommerhalbjahr seit Messbeginn im Jahr 1767 erlebt“, sagte Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwoch.

„Berücksichtigt man die Prognosen für die letzten Septembertage, dann liegt dieses Sommerhalbjahr um 2,6 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel 1981 bis 2010“, führte der Klimatologe weiter aus. „Das bisher wärmste Sommerhalbjahr war im Jahr 2003 und lag 1,5 Grad über dem Mittel."

Wertet man nicht nur Sommerhalbjahre aus, sondern allgemein Zeiträume von sechs Monaten, liegt das Halbjahr April bis September 2018 auf dem zweiten Platz hinter dem Zeitraum November 2006 bis April 2007. „Die sechs Monate damals lagen um 2,9 Grad über dem für November bis April durchschnittlichen Temperaturwert“, berichtete Orlik. „In den Wintermonaten kommt es häufiger zu starken Temperaturschwankungen, da hier die Sonneneinstrahlung eine geringere Rolle spielt und die Temperatur vor allem von den Luftmassen der aktuellen Wetterlage beeinflusst wird.“

Nur sechs Tage mit zu tiefen Temperaturen
Von April bis September gab es heuer in Österreich, je nach Region, nur etwa vier bis sechs Tage mit für die Jahreszeit zu tiefen Temperaturen. Die restliche Zeit war es überdurchschnittlich warm. „Bereits der April war heuer so warm wie ein durchschnittlicher Mai, und der viertwärmste Sommer der Messgeschichte lieferte natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zu diesem ungewöhnlich warmen Halbjahr“, sagte der ZAMG-Klimatologe. Mitte September liegen die Nachmittagstemperaturen immer noch fünf Grad über den für die Jahreszeit typischen Werten.

Nicht nur warm, auch sehr trocken
Das Sommerhalbjahr 2018 fiel auch sehr trocken aus. Im Westen Österreichs zeichnet sich für den Zeitraum April bis September einer der geringsten Werte seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1860 ab. In der österreichweiten Auswertung ist es mit 15 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel das trockenste Sommerhalbjahr seit 2003.

Klimaerwärmung lässt Temperatur steigen
Für den ungewöhnlichen Wetterverlauf in diesem Jahr gibt es laut Orlik mehrere Gründe: Zum einen sei das Temperaturniveau in den vergangenen Jahrzehnten durch die Klimaerwärmung deutlich gestiegen. „Dazu kommen die natürlichen Schwankungen, die in jedem Jahr stattfinden und heuer sehr stark ausfielen“, so der Experte. „Die ersten sehr warmen und stabilen Hochdruck-Wetterlagen im heurigen Frühling könnten auch den Weg für das größtenteils stabile Wetter im Sommer bereitet haben. Tiefdruckgebiete vom Atlantik konnten nur selten bis Mitteleuropa vordringen.“

Kaltfront rollt auf Österreich zu
Die derzeitige ungewöhnlich warme Wetterlage, mit Höchstwerten größtenteils zwischen 25 und 30 Grad, geht bald zu Ende. In der Nacht auf Samstag erreicht eine Kaltfront Österreich. Am Wochenende liegen die Nachmittagstemperaturen „nur“ noch zwischen 15 und 23 Grad, prognostizierte die ZAMG. Das entspricht in etwa den für Mitte September typischen Werten.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.