Nations-League-Debüt

Bei der Premiere wartet auf „Arnie“ Pfeifkonzert

Marko Arnautovic, der heute erstmals als Kapitän das Team auf das Feld führt, ist darauf eingestellt: „Das muss man abschalten und sich auf das Spiel konzentrieren“. Einstiger Konflikt ist für ihn kein Thema. 

Premiere für "Arnie! Erstmals führt Marko Arnautovic heute (20:45 Uhr, Österreich gegen Bosnien-Herzegowina) als Kapitän das Nationalteam auf das Feld - bei einem Spiel, das für den Wiener mit serbischen Wurzeln doch einige Brisanz birgt. Der ehemalige Jugoslawien-Krieg ist noch nicht vergessen, Arnautovic auf ein Pfeifkonzert eingestellt - doch er bleibt cool!

An seinem Spiel, so der Kapitän, werde sich auch mit der Schleife am Arm nichts ändern: „Ich werde zwar vielleicht ein bisschen mehr mit der Mannschaft sprechen, aber ich werde wie immer alles für Österreich geben.“ Sieht auch der Teamchef so: „Der Marko hat sich die Schleife verdient, er hat in den letzten Jahren innerhalb der Mannschaft Verantwortung übernommen. Er muss einfach nur so spielen wie in den letzten Länderspielen, dann ist alles gut.“

Der Konflikt
Als Kapitän trat Arnautovic auch bei der gestrigen Abschlusspressekonferenz auf, beantwortete die Fragen der bosnischen Journalisten gleich in seiner Muttersprache. Eines der Themen natürlich der (einstige) Konflikt zwischen Serbien und Bosnien-Herzegowina, ein Thema, das noch immer aktuell ist. Arnautovic hat dazu einen ganz klaren Standpunkt: „Natürlich glauben noch diverse Länder, dass es diesen Krieg gibt, aber für mich gibt es das nicht mehr, ich habe mit niemand Krieg. Ich habe sehr viele bosnische Freunde, sehr viele kroatische Freunde, natürlich auch serbische Freunde. Ich respektiere jedes Land und wünsche jedem das Beste, von Krieg brauchen wir nicht mehr reden!“

Auf ein Pfeifkonzert ist er vorbereitet, provozieren lässt er sich dadurch nicht: „Natürlich bekommt man die Pfiffe und Sprüche mit, aber ich habe auf dem Spielfeld meine Aufgaben, die ich erfüllen muss. Wenn du im Spiel drinnen bist, schaltest du ab und konzentrierst dich auf das Spiel.“

Aleksandar Dragovic (oben im Bild), der ebenfalls serbische Wurzeln hat, geht die Sache ganz pragmatisch an: „Das ist ein Spiel, bei dem ich bei der gegnerischen Mannschaft mehr als sonst verstehe“.

Das Spiel
Letztendlich wird heute Fußball gespielt - und da haben „Arnie“ und „Drago“ nur ein Ziel: Gewinnen! „Es wird nicht einfach“, so der Kapitän, „wir dürfen das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber wir sind gut drauf und wollen drei Punkte mitnehmen!“

Peter Klöbl, Zenica, Kronen Zeitung

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