Do, 15. November 2018

Gesetz missachtet?

27.08.2018 13:47

Pyro: Rechtliches Nachspiel für Steffen Hofmann

Die Stadionlichter gingen an, der „Fußballgott“ trat ein letztes Mal spektakulär in Erscheinung - mit einer grün leuchtenden bengalischen Fackel in der Hand. Steffen Hofmanns Einlage im Zuge seines Abschiedsspiels im Juli hat jetzt ein rechtliches Nachspiel. Dem nunmehrigen Ex-Rapid-Kapitän wurde eine Straferkenntnis über 500 Euro zugestellt. Grund: Vergehen gegen das Pyrotechnikgesetz. Für ein kolportiertes Stadionverbot sieht sein Anwalt keine Grundlage.

„Steffen hat bei seinem Abschiedsspiel einen pyrotechnischen Gegenstand benutzt. Das haben 25.300 Menschen im Stadion gesehen und Tausende Fans vor den Fernsehgeräten“, macht Anwalt Paul Kessler aus dem - rein rechtlichen - Vergehen seines Mandanten kein Hehl. Sollte das Landesverwaltungsgericht die 500 Euro Strafe bestätigen, „wird Steffen sie selbstverständlich begleichen“, erklärt Kessler im Gespräch mit krone.at. Wenn nicht, wird Hofmann den gleichen Betrag an die Gruft der Caritas Wien spenden.

Gesetz überinterpretiert?
Dem Anwalt und dem „Fußballgott“ geht es nicht um die 500 Euro. Vielmehr wollen sie „Umfang und Schutzzweck des Pyrotechnikgesetzes einmal genauer unter die Lupe“ nehmen. Im konkreten Fall seien durch Hofmanns Pyrotechnik-Einsatz keine Personen gefährdet gewesen. „Außerdem sieht das Gesetz für die Verwendung von Pyrotechnik auf Bühnen, z.B. in Theatern, Ausnahmen vor. Das könnte man hier ähnlich sehen.“

Keine Angst vor Stadionverbot
Besagte Straferkenntnis wurde vergangene Woche Hofmann zugestellt, der spielte sie an den Anwalt weiter. Vermutlich wurde die beim Abschiedsspiel vertretene Polizei amtswegig aktiv. „Das ist auch in Ordnung“, sagt Kessler: „Es gibt keinen Grund, vor dem Gesetz einen Fan anders zu behandeln als Steffen Hofmann.“ Eine Stadionsperre fürchtet Kessler allerdings nicht. „Dafür sehe ich keine Grundlage“.

In diesem Zusammenhang auch nicht uninteressant: Das Innenministerium veranstaltet nächste Woche ein Symposium mit dem Titel „Sicherheit bei Sportveranstaltungen - Pyrotechnik“. Von Innenminister Herbert Kickl und Sportminister Heinz-Christian Strache abwärts werden dort durchaus namhafte Player referieren. Gut möglich, dass dabei auch die Causa Hofmann thematisiert wird.

Michael Fally
Michael Fally

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sportticker
Abstieg abgewendet
Siegestor in Minute 93! Kroatien schlägt Spanien
Fußball International
3:0-Testspielsieg
Starke Deutsche lassen Russland keine Chance
Fußball International
Test in Dublin
Österreich-Gegner Nordirland holt 0:0 gegen Irland
Fußball International
0:0 gegen Bosnien
Ausgeträumt! Österreich für Gruppensieg zu harmlos
Fußball International
Guatemala chancenlos
Dabbur-Doppelpack bei 7:0-Sieg von Herzogs Israel
Fußball International
Vor Ländermatch
Pyro-Marsch! Bosnien-Fans zündeln in Wiener City
Fußball International
„Nicht zu akzeptieren“
Ohrfeige kostet Ribery und Robben Sport-Bambi
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.