Mo, 19. November 2018

Brückendrama in Genua

16.08.2018 07:48

Lkw-Fahrer überlebt wegen rücksichtsloser Lenkerin

Um Haaresbreite ist ein Lkw-Lenker auf der eingestürzten Brücke in Genua dem Tod entronnen - und das nur, weil er wegen einer anderen Fahrerin abbremsen musste. Ein Pkw hatte den 37-jährigen Berufsfahrer kurz vor dem Unglück waghalsig überholt - die Lenkerin musste kräftig auf die Bremsen steigen. Doch lange ärgerte er sich nicht über das rücksichtslose Verhalten: Nur Momente später stürzte die Verkehrsteilnehmerin vor ihm über die Kante der Brücke 40 Meter in die Tiefe.

Der Lkw-Fahrer, der mit Vornamen Luigi heißt, schildert das dramatische Erlebnis gegenüber „La Repubblica“: „Ich konnte mich retten, weil ich langsamer wurde. Ich sah sie mit den anderen herunterfallen. Da bremste ich schlagartig.“ Im Schock ließ er sein Gefährt einfach auf der Brücke stehen: „Ich öffnete die Tür und rannte weg. Der Lkw blieb dort mit laufendem Motor.“ Auf Videos ist zu sehen, dass die Scheibenwischer des Fahrzeugs nach der Katastrophe noch immer in Betrieb sind.

Luigi hatte während des Unwetters gerade zurück ins Warenlager seines Arbeitgebers, der Supermarktkette Basko, fahren wollen, als die Tragödie, bei der Dutzende Menschen ihr Leben verloren, ihren Lauf nahm.

Der Mann stammt aus Genua, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nachdem er dem Tod ins Gesicht geschaut hatte, hatte er sich zunächst mit seiner Familie zu Hause verbarrikadiert, wie er erzählte. Freunde fürchten, dass er noch eine lange Zeit brauchen wird, das Erlebte zu verarbeiten - obwohl er ohne einen einzigen Kratzer davongekommen ist.

Viele Fahrzeuge auf Brücke zurückgelassen
Auch andere Fahrzeuge wurden auf der Brücke stehen gelassen, nachdem diese eingestürzt war. Es wurde noch nicht veranlasst, die Wagen abzuschleppen - aus Ermittlungsgründen. Eine Zeit lang wird der grün-blaue Lastwagen weiterlaufen: „Wir können sehen, dass der Treibstofftank des Fahrzeugs zu drei Vierteln voll ist“, erklärte eine Expertin eines Transportunternehmens gegenüber der italienischen Tageszeitung. „Es könnte so für drei oder vier Tage weiterlaufen - mit dem Risiko, zu überhitzen.“

Miriam Krammer
Miriam Krammer

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Nations League
Schweiz holt sich Finalticket mit 5:2 über Belgien
Fußball International
Stimmen zu NIR - AUT
O‘Neill: Arnautovic-Einwechslung war Knackpunkt
Fußball International
Mit Rekord-Gewinnsumme
Jetzt winkt der allererste Siebenfach-Jackpot!
Österreich
2:1 in Nordirland
Lazaro schießt Österreich in Minute 93 zum Sieg!
Fußball International
„Müssen jetzt handeln“
Macron und Merkel einig: EU steht am Scheideweg
Welt
Nations League
England nach 2:1 Gruppensieger, Kroatien steigt ab
Fußball International
Aus Gehege entkommen
Wilde Schweinejagd hielt Polizisten auf Trab
Niederösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.