WM-Führung verloren

Vettel in der Kritik: „Er ruiniert alles Gute!“

Formel 1
24.07.2018 07:28
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Sebastian Vettel will sich von seinem weggeworfenen Heimsieg im Formel-1-Grand-Prix von Deutschland nicht unterkriegen lassen. Ein Fahrfehler im leichten Regen kostete den Ferrari-Star in Hockenheim den Triumph und die WM-Führung. Die italienische Presse schimpft. Der „Corriere dello Sport“ sprach von einem „Albtraum“ und meinte: „Vettel ruiniert alles Gute!“

„La Reppublica“ und „La Stampa“ schrieben von einer „weiteren verschwendeten Gelegenheit“. Der Ferrari-Star, der dem italienischen Rennstall endlich wieder einen WM-Titel einbringen soll, steht hart in der Kritik.

„Kein großer Fehler“
 
Nächsten Sonntag hat Vettel in Ungarn aber bereits wieder die Chance, Boden auf Lewis Hamilton gutzumachen - und mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen.

„Ich glaube nicht, dass es ein großer Fehler war“, gab sich Vettel trotz des K.o. vor der voll besetzten Tribüne in seiner Heimat gelassen. Der 31-Jährige entschuldigte sich bei seinem Team. „Ich habe es in der Hand gehabt - kleiner Fehler, große Enttäuschung. Aber ich glaube nicht, dass ich wegen dem, was ich falsch gemacht habe, Probleme habe einzuschlafen.“

17 Punkte liegt Vettel nach elf von 21 Saisonrennen nun hinter WM-Leader Hamilton. Das Duell der vierfachen Weltmeister war in den vergangenen Wochen von Dramen geprägt. Erst verlor Hamilton durch ein technisches K.o. in Spielberg die WM-Führung, nach einer Berührung mit Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen verlor der Engländer in seinem Heim-Grand-Prix in Silverstone weitere Punkte.

In Vettels Heimat schlug er zurück, die Genugtuung war nicht zu übersehen. „Das ist sicher einer der größten Erfolge meiner Karriere“, betonte Hamilton. Der 33-Jährige hatte davor immerhin schon 65 Formel-1-Rennen gewonnen. Von Startplatz 14 aus zum vierten Saisonsieg zu fahren, war aber ein Husarenstück. Im Qualifying war er nach einem Ausritt samt Hydraulikschaden, der ihm die schlechte Ausgangsposition beschert hatte, noch enttäuscht neben seinem Wagen gekauert.

Stallorder bei Top-Teams
 
Ferrari musste sich durch Räikkönen mit Platz drei zufriedengeben. Für Gesprächsstoff sorgte eine Stallorder, nach der Räikkönen Vettel vor dessen Ausfall passieren ließ. Im Finish bremste Mercedes zudem Bottas beim Versuch ein, Hamilton den Sieg noch abzujagen. Zur Saisonhalbzeit scheinen die Fronten endgültig klar bezogen: Die WM ist ein Duell der beiden Alpha-Tiere - eines, das weitere spannende Wendungen verspricht.

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