Fr, 14. Dezember 2018

Nach Rettungseinsatz

29.06.2018 08:15

Lifeline-Kapitän muss in Malta vor Gericht

Nach der Beschlagnahmung des Rettungsschiffs Lifeline in Malta muss sich nun dessen deutscher Kapitän vor Gericht verantworten. Claus-Peter Reisch werden Verfehlungen im Zusammenhang mit der Registrierung des Schiffes vorgeworfen, wie der maltesische Rechtsbeistand Neil Falzon der Dresdner Organisation Mission Lifeline am Donnerstag mitteilte. Gerichtstermin sei am Montag. Die Lifeline hatte in der vergangenen Woche vor der libyschen Küste 234 Flüchtlinge gerettet und war danach tagelang über das Mittelmeer geirrt, weil Italien und Malta dem Schiff ein Anlegen verweigert hatten. Nach langem Hin und Her wurde das Schiff doch nach Malta gelassen (siehe Video oben).

„Wir werden unser Möglichstes tun, um diese Sache aufzuklären und sicherzustellen, dass Hilfsorganisationen nicht zum Ziel werden, weil sie Menschen in Seenot retten“, sagte Falzon. Ein Sprecher des Büros von Premier Joseph Muscat bestätigte die Vorwürfe, machte aber keine weiteren Angaben. Das Schiff fährt nach Angaben der Dresdner Hilfsorganisation unter niederländischer Flagge, was die dortigen Behörden aber bestreiten. Die Lifeline ist nur im Register des Wassersportverbandes eingetragen.

Beendet Lifeline Mittelmeer-Einsätze?
Die deutsche Organisation Mission Lifeline lässt nun die Zukunft ihrer Mittelmeer-Einsätze offen. Man könne noch keine Aussage dazu machen, ob man gleich wieder rausfahre, sagte Sprecherin Marie Naass am Donnerstag in Berlin. Das müsse man erst innerhalb der Organisation besprechen. Wenn man nicht mehr vor Ort sei, würden Menschen im Mittelmeer sterben. „Wir wissen aber auch, dass unsere Arbeit massiv erschwert wird - und wir können so eine Lifeline-Situation nicht jede Woche haben.“

Aktivisten sehen sich als Opfer von Kriminalisierungskampagne
Kapitän und Crew seien in einem Hotel in Malta sicher untergebracht worden, sagte Naass. Man kooperiere mit den maltesischen Behörden und gebe alle gewünschten Informationen weiter. Auf Twitter rief die Organisation zu neuen Spenden auf. Die Aktivisten sehen sich als Opfer einer Kriminalisierungskampagne. „Wir werden zu Sündenböcken gemacht für eine gescheiterte Migrationspolitik auf europäischer Ebene“, sagte Naass. Die Lifeline habe sich an alle internationalen Konventionen gehalten.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Adler disqualifiziert
Stefan Kraft Zweiter der Engelberg-Qualifikation!
Wintersport
„Dunkelrote“ Karte
Quaresma rastet nach Katz-und-Maus-Spiel aus!
Fußball International
Zeugnis für Österreich
EU-Vorsitz: Großes Lob aus Brüssel, Kritik von SPÖ
Österreich
U-Haft verhängt
Terrorverdacht: Geprügelte Frau verpfeift Gatten
Niederösterreich
Olympia-Dritte im Pech
Schwere Verletzung! Schock um ÖSV-Lady Gallhuber
Wintersport
Goalie-Schicksal
Sahin-Radlinger kehrt zu Hannover 96 zurück
Fußball International
In der Winterpause
Rapids Bickel kündigt neue Offensiv-Spieler an!
Fußball National
Eklat um Fans
Antisemitisches Lied bringt Chelsea in Bedrängnis
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.