Der umstrittene Mitfahrdienst Uber will in Europa in das Geschäft mit dem Verleih von E-Bikes einsteigen. Die US-Firma arbeite daran, mit dem im Mai erworbenen Fahrradverleih Jump bis Ende des Sommers in Berlin und anderen Städten Europas an den Start zu gehen, sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi.
„Wir sind besonders begeistert von Fahrrädern, weil sie selbst in dichten Städten, in denen der Platz begrenzt ist und die Straßen verstopft sein können, eine bequeme und umweltfreundliche Fahrweise bieten.“
Das Smartphone sperrt das Fahrrad auf
Jump-Räder werden mit einer Smartphone-App ent- und gesperrt. Da sie stationslos sind, können sie an öffentlichen Fahrradständern zurückgelassen werden. Dadurch spart Uber große Teile der Infrastrukturkosten ein, die andere Fahrrad-Verleiher haben. Der Standort der Räder wird über GPS verfolgt.
Khosrowshahi bezeichnete Deutschland als wichtigen Markt. Er kündigte an, das Unternehmen plane bis zum Ende des Jahres mit Uber Green die Einführung von Elektroautos in Berlin, nach einer Testphase in München. „Uber ist bereit, mitzuhelfen einige der größten Herausforderungen für deutsche Städte zu lösen: die Bekämpfung der Luftverschmutzung, die Verringerung von Staus und den Zugang zu saubereren Transportlösungen“, sagte er.
Er hatte bereits am Dienstag zu Beginn seines Deutschlandbesuchs eingeräumt: „Wir hatten einen sehr schlechten Start in Deutschland.“ Nun gehe es darum, das Geschäft „richtig“ aufzubauen. „Deutschland ist so etwas wie ein Zeichen dafür, wie das neue Uber aussehen kann“, sagte der Manager. „Wir wollen mit lokalen Regierungen und Städten zusammenarbeiten, damit unser Modell funktioniert.“
Uber: Umstrittene Mitfahrbörse im Internet
Uber vermittelt Mitfahrgelegenheiten per App über das Internet. In der Vergangenheit hatte der Konzern mit seiner aggressiven Expansionspolitik weltweit den Zorn von klassischen Taxiunternehmen auf sich gezogen. Während Khosrowshahi auf einer Digitalkonferenz in Berlin die Fahrrad-Pläne vorstellte, protestierten vor der Tür Dutzende Taxifahrer gegen Uber.
Zuletzt schalteten sich auch Politik, Behörden und Gerichte ein. Es hagelte zahlreiche Verbote. Bisher größter Rückschlag war eine Grundsatzentscheidung des EuGH im Dezember. Danach ist Uber als Transportdienstleister einzustufen, der entsprechenden Regeln unterliegt.
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