Mi, 19. September 2018

1,8 Millionen Euro:

03.06.2018 07:48

Linzer Arzt steht als Erbschleicher unter Verdacht

Es geht um 1,8 Millionen Euro Erbe, hauptsächlich eine Immobilie im Herzen von Linz. Ein Filetstück, das einer alleinstehenden 93-Jährigen gehörte. Ein Arzt aus Linz ließ sich von der Hochbetagten sieben Tage vor ihrem Ableben als Haupterbe im Testament einsetzen. Doch nun klagt der Adoptivsohn der Millionärin den Mediziner und mutmaßlichen Erbschleicher.

Der Mediziner soll seinen hippokratischen Eid mit dem plutokratischen Streben um möglichst viel Kohle verwechselt haben - zumindest werfen ihm das die Anwälte des Adoptivsohns vor.

Rückblende ins Frühjahr 2016
Am 20. März wird die schwerkranke 93-jährige Arztwitwe ins Uniklinikum Salzburg eingewiesen. Im Entlassungsbrief wird extra auf den palliativen Gesamtzustand der Linzer Millionärin hingewiesen. Am 8. April kommt die Totgeweihte ins Bad Ischler Klinikum. Am 27. April wird sie in Bad Ischl von einem befreundeten Arzt besucht und setzt ihn und seine Frau vor zwei Zeugen als Alleinerben ein. Der Adoptivsohn bekommt 300.000 Euro.

Streit um das Erbe von „Wahl-Mutti“
Sieben Tage später ist die 93-Jährige tot. Seither fliegen die Fetzen, denn der Adoptivsohn (53) aus Wien ist überzeugt, dass seine hochbetagte „Wahl-Mutti“ nicht mehr wusste, was sie tat, der befreundete Mediziner hingegen sehr wohl.

Der nunmehr als Erbschleicher verdächtigte Arzt reagiert auf die Vorwürfe empört: „Diese Frau hat immer mit uns im Familienverbund gelebt. Sie war wie eine Mutter für mich.“

„Familientreffen“ vor Gericht
Am 12. Juni werden die beiden auch nicht mehr taufrischen „Waisenbrüder“ ein juristisches „Familientreffen“ haben. Für die Anwälte wird es jedenfalls ein Fest.

Das Gericht hat bereits einen Gutachter bestellt, der anhand der medizinischen Berichte den Geisteszustand der verblichenen Millionärin beurteilen soll. Auch die Welser Staatsanwaltschaft ist bereits eingeschaltet. Der Adoptivsohn ließ seine Anwälte den Arzt wegen Betrug anzeigen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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