Di, 21. August 2018

„The Golden State“

28.05.2018 11:22

Kalifornien - Nationalparks und spannende Städte

Los Angeles oder San Francisco locken jährlich Tausende Touristen an und zählen zu den beliebtesten Reisezielen der USA. Einen spannenden Kontrast dazu bilden raue Küsten, liebliche Weinberge sowie die Gipfel der Sierra Nevada.

San José, das Zentrum des Silicon Valley, begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, als wir aus der Maschine der British Airways steigen. Über 6600 Unternehmen aus der Technologie- und Digital-Branche haben hier ihren Sitz. Wir verlassen die Stadt in Richtung Norden. Im bequemen Mietwagen geht es unserem ersten Ziel, der kalifornischen Hauptstadt Sacramento, entgegen. Diese Art des Reisens eröffnet uns die Möglichkeit, den Urlaub individuell zu gestalten, stehen zu bleiben, wo immer wir Lust haben. Zu Pionierzeiten von dem Schweizer Johann Sutter gegründet, ist Sacramento heute eine moderne Großstadt mit historischem Kern. Die restaurierte Altstadt am Ostufer des Sacramento-River verströmt den nostalgischen Charme einer Western-Stadt, wie man sie aus Filmen kennt. Nur die vor dem Saloon geparkten Pferdestärken haben sich deutlich erhöht. Das State Capitol Building, der Sitz der kalifornischen Regierung, ist dem Kapitol in Washington nachempfunden und war von 2003 bis 2010 Arbeitsplatz von Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

Lake Tahoe
Wir nehmen den Highway 49 und biegen dann in den Highway 4 ab. Aus der gut ausgebauten mehrspurigen Straße wird bald eine enge, kurvenreiche Bergstraße, die uns hoch hinauf in die Sierra Nevada führt. Unser Ziel heißt Lake Tahoe. Mit 520 km2² ist er der größte Bergsee Nordamerikas. Der See besticht durch glasklares türkisblaues Wasser, in dem sich die Gipfel der Sierra Nevada spiegeln. Eine Panoramastraße führt rundum und bietet vor allem am Ostufer einen herrlichen Ausblick auf den Lake Tahoe und die umliegenden Bergmassive.

Mehr als 300 Sonnentage und zuverlässige Schneeverhältnisse machen den See Sommer wie Winter zu einer beliebten Ausflugs- und Urlaubsdestination. Campingplätze wechseln sich mit modernen Luxushotels ab. Die Menschen kommen hierher zum Angeln, Wandern, Segeln oder um eine Kanu-Tour auf dem See zu unternehmen. Viele zieht es auch ins Spielerparadies Reno, das nur einen Katzensprung entfernt ist. Im Gegensatz zu Kalifornien ist das Glücksspiel im angrenzenden Bundesstaat Nevada erlaubt. Etwa eine halbe Stunde Fahrzeit benötigt man in die alte Goldgräber-Stadt Virginia City die durch den Goldrausch in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts zur größten Stadt zwischen Chicago und San Francisco avancierte. Die Fassaden entlang der Hauptstraße sind nahezu authentisch erhalten. Schriftsteller Mark Twain hat hier als Goldgräber begonnen und später für die lokale Zeitung Territorial Enterprise geschrieben.

Kalifornien ist berühmt für seine Nationalparks
Einer der weniger bekannten, der Lassen Volcanic National Park, liegt am Highway 89. Mount Lassen, der südlichste Gipfel der vulkanischen Cascade Range, ist 3178 Meter hoch und das ganze Jahr über schneebedeckt. Brodelnde Thermal- und Schwefelquellen zeugen von der unterirdischen Aktivität des „schlafenden“ Vulkans, der in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts über 300-mal aktiv war. Der Boden ist gelb vom Schwefel, der sich aus den heißen Quellen ablagert. Der 400 Tonnen schwere „Hot Rock“, ein Lavabrocken, der meilenweit durch die Luft geschleudert wurde, heute eines der beliebtesten Fotomotive, gibt Zeugnis von den unbändigen Kräften der Natur.

Im Land der Redwoods und im „Jurassic Park“
Wir fahren weiter Richtung Küste. Die Landschaft verändert sich. Je näher wir dem Meer kommen, desto bewaldeter wird es, die schroffe Küste bietet dazu einen spannenden Kontrast. Es sind keine normalen Bäume, die hier in den Himmel ragen. Wir sind im Land der Redwoods, der Mammutbäume. Unser Ziel ist das Örtchen Eureka an der Humboldt Bay. Wie aus Zuckerguss sehen sie aus, die gut erhaltenen Häuser der reichen Holzfäller aus der viktorianischen Zeit. 60 Kilometer nördlich der Stadt beginnt das größte Schutzgebiet für die Mammutbäume. Ranger Richard, mit dem wir eine kleine Wanderung unternehmen, erzählt voll Begeisterung über die rotstämmigen Giganten, die bis zu 140 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt werden. Man merkt, dass ihm der Erhalt der Bäume ein wirkliches Anliegen ist. Er ist es auch, der uns den Tipp gibt, den nahe gelegenen Fern Canyon zu besuchen. Schon die Zufahrt zum Canyon ist abenteuerlich. Es geht über eine rumpelige Schotterstraße hinunter zum Meer. Wir werden ordentlich durchgerüttelt, doch es lohnt sich allemal. Es ist angenehm kühl hier unten. Und feucht. Der Weg führt in eine enge Schlucht, die Felswände von Farn dicht bewachsen. Immer wieder müssen wir Baumstämme überwinden. Ein Rinnsal, das bei schlechtem Wetter zum reißenden Fluss wird, hat sie in die Tiefe gerissen. Wie wir später erfahren, wurden in dem Canyon Teile des Blockbusters „Jurassic Park“ gedreht.

Die letzte Etappe unserer Reise führt entlang des Highway 1 Richtung Süden. Einsame Strände und umtoste Küsten wechseln sich ab. In Mendocino, einem Zentrum für Kunst und Handwerk, machen wir nochmals halt. Auch hier wieder eine gut erhaltene Altstadt mit viktorianischem Flair, schmucken Geschäften und kleinen Lokalen. Noch einmal geht es in die Redwoods. Mit dem „Skunk Train“, einer historischen Dampfeisenbahn, die seit über hundert Jahren in Betrieb ist.

Anderson Valley
Steven Anderson ist Winzer im Anderson Valley. Bei ihm sind wir am Nachmittag zu einer Verkostung seiner biologisch ausgebauten Weine. Auf 59 Hektar produziert die Handley Winery unter anderem Pinot Gris und Gewürztraminer. Der Betrieb legt Wert auf unverwechselbare Qualität und Weine, die die einzigartige Qualität der Region widerspiegeln. Neben Anderson gibt es noch circa vierhundert weitere Winerys im County. Auch der bekannte Regisseur Francis Ford Coppola („Der Pate“) hat sich hier einen Traum erfüllt. Nach vier Jahren Bauzeit eröffnete Coppola 2010 ein Weingut der Superlative.

Über die Golden Gate Bridge geht es hinein nach San Francisco. Noch einmal eintauchen in kalifornische Lebensgefühl. Wo ginge das besser als in dieser Stadt. Leider bleibt uns nicht mehr viel Zeit. Aber wie Arnold Schwarzenegger schon sagte: „We’ll be back.“

Eva Bukovec, Kronen Zeitung

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