Mi, 19. Dezember 2018

„Belastbar und robust“

24.03.2018 12:49

Waffen-Fans wechseln von YouTube zu Pornhub

YouTubes verschärfte Regeln für Waffen-Videos – krone.at berichtete – zeigen Wirkung, allerdings wohl nicht auf die Art und Weise, wie sich die Videoplattform das erhofft hat: Weil sie ihre Videos nicht mehr auf YouTube veröffentlichen dürfen, wechseln einschlägige Channels kurzerhand zum Porno-Streamingportal Pornhub.

Das berichtet das US-Technikportal „CNET“ unter Berufung auf den Waffen-Channel InRange TV. Dort hat man angekündigt, angesichts der neuen Regeln auf YouTube das Weite zu suchen und sich bei anderen Streaming-Anbietern niederzulassen. InRange TV spricht von einer „Dezentralisierung“ der eigenen Videos, will Waffenvideos künftig also über mehrere alternative Anbieter statt YouTube verbreiten.

Pikanterweise hat InRange TV bereits damit begonnen, seine Videos bei einem neuen Anbieter hochzuladen – und zwar ausgerechnet bei der weltgrößten Porno-Streamingseite Pornhub.

„Belastbare und robuste“ Infrastruktur
Die Macher der Waffenvideos loben die Plattform in höchsten Tönen: „Pornhub hat sich in der Vergangenheit als vorausschauende Stimme in der Online-Community ausgezeichnet“, erklärt man bei InRange TV. Überdies verfüge die Porno-Seite über eine „belastbare und robuste“ Infrastruktur.

Der Empfänger der lobenden Worte hat sich noch nicht zu den nicht unmittelbar mit dem eigentlichen Pornhub-Unternehmenszweck in Zusammenhang stehenden neuen Inhalten geäußert.

Websites ziehen Konsequenzen aus Schulmassaker
Der Grund für die verschärften Regeln auf YouTube ist das Schul-Massaker in Parkland (Florida) vor rund einem Monat, bei dem 17 Menschen getötet wurden. Waffengegner forderten nach dem Amoklauf strengere Waffengesetze und riefen IT-Unternehmen dazu auf, stärker gegen einschlägige Inhalte im Internet vorzugehen.

YouTube aktualisierte daraufhin seine Geschäftsbedingungen und untersagt nun Videos, in denen zum Kauf von Waffen oder Waffenteilen aufgerufen oder der Bau von Waffen erklärt wird. Das Online-Forum Reddit reagierte mit der Sperrung mehrerer Diskussionsgruppen auf das Massaker, in denen mit gebrauchten Waffen gehandelt und über besonders günstige Waffen-Deals im Handel debattiert wurde.

 krone.at
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