Do, 21. März 2019
22.10.2009 14:12

Atom-Gespräche

Israel bestätigt Treffen, Iran spricht von "Propaganda"

Erstmals seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 hat es offenbar Gespräche über die Atompolitik zwischen dem Iran und Israel gegeben. Eine Sprecherin der israelischen Kommission für Atomenergie sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, dass es im September mehrfach Treffen zwischen Vertretern der beiden Länder gegeben habe. Der Iran hingegen hat die Berichte dementiert.

"Es gab in einem regionalen Zusammenhang mehrere Treffen zwischen einer Vertreterin unserer Kommission und einem iranischen Regierungsvertreter", sagte die israelische Kommissions-Sprecherin für Atomenergie, Jael Doron.

"Die Treffen fanden hinter verschlossenen Türen statt", sagte Doron weiter. Sie seien von Australien organisiert worden und hätten in Kairo stattgefunden. Weitere Einzelheiten könne sie nicht mitteilen. Ursprünglich sei absolute Vertraulichkeit vereinbart worden, aber über undichte Stellen sei die Information doch nach außen gedrungen. Auch der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, bestätigte am Donnerstag, dass ein Treffen stattgefunden habe.

Im ägyptischen Außenministerium hieß es, die Veranstaltung habe zwar in Kairo stattgefunden. Die Regierung habe dabei jedoch keine direkte Rolle gespielt.

Iran: "Akt der Propaganda"
Der Iran hingegen will nichts von den Atom-Gesprächen wissen. "Die Berichte in dieser Sache sind reine Lügen und es hat kein Treffen in Kairo gegeben", sagte der Sprecher der iranischen Atombehörde, Ali Shirzadian, der Webseite des staatlichen Fernsehens. Er sprach von einer Lüge und einem "Akt der Propaganda". Ziel der "Operation" sei es, die "erfolgreichen Nuklear-Gespräche in Genf und Wien zu untergraben".

Eine Hintergrundstory über die Atompolitik der beiden Länder findest du in der Infobox!

Atom-Gespräche in Wien ohne Ergebnis
In Wien sind am Mittwoch Gespräche der USA, Russlands und Frankreichs mit dem Iran über dessen Atomprogramm ohne Einigung zu Ende gegangen. Dabei ging es um die Möglichkeit, dass der Iran nuklearen Brennstoff für seinen Forschungsreaktor nicht selbst herstellt, sondern Uran im Ausland anreichern lässt. IAEO-Generaldirektor Mohamed El Baradei legte dazu einen Vorschlag vor, dem die Beteiligten bis Freitag zustimmen sollen.

Während Teheran sein Atom-Programm nach eigenen Angaben ausschließlich zu friedlichen Zwecken betreibt, vermuten Israel und die USA dahinter militärische Absichten. Israel gilt als einzige Atommacht im Nahen Osten und hat mehrfach zu verstehen gegeben, ein iranisches Atomwaffenprogramm notfalls durch einen militärischen Angriff stoppen zu wollen.

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