In Italien sorgt derzeit das Schicksal einer Familie für Aufsehen, die in einem abgelegenen, baufälligen Haus in einem Wald gelebt hatte. Die Behörden brachten die drei Kinder in staatliche Obhut. Nun hat Sänger Al Bano Carrisi der gesamten Familie eine Unterkunft auf seinem Anwesen in Süditalien angeboten.
Seine Einladung begründete er mit eigenen Lebenserfahrungen. So habe er sich in den 1970er-Jahren selbst für ein einfaches Leben fernab der Stadt entschieden, sagte Al Bano (82). Er will die fünfköpfige Familie kostenlos bei sich aufnehmen. Sein Anwesen in Cellino San Marco umfasst Weinberge, Olivenhaine und ein großes, altes Bauhaus mit mehreren Wohn- und Gästebereichen.
Wie berichtet, hatte die anglo-australische Familie in den Abruzzen im Wald gelebt – abgelegen vom Ort, ohne Strom, Wasser oder Gas. Die Behörden sehen darin eine Kindeswohlgefährdung, vor drei Wochen entzog das Jugendgericht der Stadt L‘Aquila den Eltern das Sorgerecht für die Kinder, die acht und sechs Jahre (darunter Zwillinge, Anm.) alt sind. Nun sollen neue Informationen geprüft werden. Parallel läuft auch ein Berufungsverfahren der Eltern, das am 16. Dezember vor dem Gericht verhandelt werden soll.
Hier sehen Sie Aufnahmen von dem Haus der Familie:
50.000 Unterschriften für Rückführung
Das Jugendgericht bemängelte die Lebenssituation der Kinder, die in einem Steinhaus im Wald von Palmoli aufwachsen. Das Haus sei unhygienisch und teils baufällig, hieß es. Die Kinder gehen nicht in eine Schule, sondern bekommen Heimunterricht. Sie hätten gar keine Montakte zu anderen Kindern, sagten die Richterinnen und Richter. Die Eltern setzen auf Selbstversorgung, haben ein Pferd, einen Esel, Hunde, Katzen und Hühner.
Ins Rollen gebracht wurde der Fall, weil die Kinder vor einem Jahr mit einer Pilzvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren. Das Jugendamt schaltete sich ein, laut Gericht verweigerten die Eltern bisher die Zusammenarbeit.
Das Schicksal der Familie sorgt in Italien aktuell für politische Debatten. So forderte etwa Vizepremier Matteo Salvini eine schnelle Rückführung der Kinder zu ihren Eltern. Die katholische Organisation „Pro Vita & Famiglia“ übergab dem Justizminister dafür mehr als 50.000 Unterschriften.
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