So, 24. Juni 2018

Linzer Anwälte warnen

11.03.2018 06:01

Telefonbetrüger riefen 31.000-mal an

Die Anwälte einer Linzer Kanzleigemeinschaft sind sauer – und machtlos: Gewiefte Betrüger rufen mit ihrer Telefonkennung wahllos Opfer in Österreich an, wollen Schulden aus angeblichen Glücksspielteilnahmen eintreiben. „Bisher haben sie unter unserem Namen bereits 31.000 Anrufe getätigt“, ärgern sich die Juristen Klaus Fuchs und Gernot Weiß und raten: „Ja nichts bezahlen!“

Die Tricks von Telefongaunern sind nicht neu: Mit Hilfe einer speziellen Software können sie die Anrufernummer, die am Display moderner Mobiltelefone angezeigt wird, fälschen. Die Call-Center-Mafia, die behauptet, von der Polizei zu sein und sagt, das Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher, tarnen sich mit der Notrufnummer der Polizei. Sie lassen – wie berichtet – leichtgläubige Opfer das Ersparte abheben, ein Komplize kommt dann vorbei und „beschlagnahmt“ es.

Gauner missbrauchen Linzer Anwalts-Nummer
Eine andere Betrügergruppe setzt auf die Spielleidenschaft: Sie ruft wahllos Leute an, behauptet, sie hätten an einem Glücksspiel teilgenommen, hätten aber noch nicht bezahlt – es würden hohe Strafen drohen. „Dabei stellen sich die Anrufer mit deutschem Akzent mit unseren Namen vor, hinterlassen als Anrufkennung unsere Kanzleitelefonnummer – allerdings mit der Fax-Durchwahl“, berichtet Jurist Klaus Fuchs. Er erstattete Anzeige, setzte sich auch mit dem Telefonbetreiber in Verbindung: „Dort wurde festgestellt, dass aus dem EU-Ausland bereits 31.000 Anrufe mit unserer Nummernkennung getätigt worden sind. 24.000 Anrufe waren unter einer Minute, da dürften die ausgesuchten Opfer richtig reagiert und einfach aufgelegt haben. Zehn Opfer haben sich nach solchen dubiosen Anrufen bei uns gemeldet.“

Einzig richtige Reaktion: Gespräch sofort beenden!
Inzwischen taucht bei solchen Betrüger-Anrufen auch die Netzwerknummer 0720 auf, wie eine Traunerin erzählt: „Da wurden von mir 400 Euro verlangt, die ich angeblich einer Lottogemeinschaft schulde – wenn ich nicht bezahle, würden 1900 Euro Strafe berechnet“, erzählte sie der „Krone“. Sie reagierte auch richtig, legte prompt auf.

Johann Haginger/Kronen Zeitung

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