Sa, 23. Juni 2018

Kosovo als Pulverfass

22.02.2018 15:44

Kunasek am Balkan: Keine Reduktion der Truppe

„Unsere Leute sind motiviert, sie leisten Großartiges und genießen hohe Anerkennung der Bevölkerung!“ Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) zog nach dem Truppenbesuch am Balkan eine positive Bilanz. Im Kosovo und auch in Bosnien informierte er sich über die Sicherheitslage in der Sorgenregion vor unserer Haustüre. Fazit: Es werde zu keiner Reduktion der Truppe kommen. 

Nach zehn Jahren Unabhängigkeit ist der Kosovo noch immer ein Gebiet, das sich ohne die Präsenz von 4500 KFOR-Soldaten – davon 440 Österreicher – wieder in ein Pulverfass verwandeln könnte. Durch die hohe Arbeitslosigkeit, die Korruption und geringe Perspektiven ist das Land für viele eine Heimat ohne Zukunft.

"Das Gebiet ist eines unserer militärischen Schwergewichte"
50 Prozent der Jungen haben keinen Job, etliche wollen ins Ausland. Auch wenn der Besuch des Verteidigungsministers militärischer Natur war, wissen Experten, dass die Politik ohne die Friedensmission mit Soldaten aus 28 Ländern kaum funktionieren würde. Erinnerungen an den Balkankonflikt treiben eine Kluft zwischen Albaner und Serben. „Das Gebiet ist eines unserer militärischen Schwergewichte. Wir werden kein Personal reduzieren“, bekräftige Kunasek, dass die Truppenstärke beibehalten werde.

Serbien stellt Ansprüche (acht Prozent der Kosovaren sind Serben, 92 Prozent Albaner). Fünf EU-Länder anerkennen die Eigenstaatlichkeit ebenso wenig wie Russland. In Bosnien ist die innerstaatliche Lage prekär. Österreich stellt rund 200 Soldaten. Auch hier gilt es, zu vermitteln. Eine Verkleinerung der Truppe ist nicht angedacht, um den Frieden vor unserer Haustür zu sichern.

Christoph Matzl, Kreonen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.