03.09.2009 10:22 |

Alter Bekannter

Zipfelmützen-Knudsen ist wieder da!

Die möglicherweise berühmteste Kopfbedeckung der Fußball-Geschichte ist am Mittwochabend mitsamt ihrem Besitzer in Graz gelandet. Der nunmehrige Färöer-Assistenz-Trainer Jens-Martin Knudsen hat als Talisman für die WM-Qualifikationspartie am Samstag gegen Österreich seine weiße Zipfelmütze mitgebracht, die vor 19 Jahren zum Symbol der größten Blamage in der Geschichte des ÖFB-Nationalteams wurde.

Am 12. September 1990 in Landskrona schafften es Toni Polster, Andreas Herzog und Co. nicht, dem mit einer weißen Wollmütze bekleideten damaligen Kraftfahrer einer Fischfabrik in Runavik auch nur ein Tor zu schießen - die Färinger gewannen in der EM-Qualifikation ihr erstes Pflichtspiel überhaupt 1:0 und hatten ihr neues National-Epos.

In den Jahren danach ging die Zipfelmütze auf Reisen und wurde bei mehreren Ausstellungen bestaunt, zuletzt vor einem Jahr auch im Wiener Leopold-Museum. Den Samstagabend verbringt sie allerdings allein in einem Grazer Hotelzimmer: Die Wollhaube auf die Ersatzbank der UPC-Arena mitzunehmen, wäre selbst für Knudsen zu viel des Guten. "Wir wollen uns voll auf das Match konzentrieren", betonte der Co-Trainer des aus Irland stammenden Färöer-Teamchefs Brian Kerr.

Färöers Team erst einmal in Österreich
Das einzige Länderspiel der Färöer in Österreich ging am 22. Mai 1991 in Salzburg mit 0:3 verloren, da half selbst die Zipfelmütze im Tor nichts. "Aber eigentlich war das eine ausgeglichene Partie. Für uns wäre viel mehr drin gewesen", erinnerte sich Knudsen. Bessere Erfahrungen hat der Ex-Keeper in Graz gesammelt, wo er am 6. Juli 1994 mit dem Färöer-Nationalteam in der "Gruabn" ein Freundschaftsspiel gegen Sturm Graz mit 1:0 gewann.

Eine ähnliche Überraschung hält der 65-fache Internationale für möglich. "Wir hatten zuletzt viele enge Resultate, haben in der WM-Qualifikation nie höher als mit zwei Toren Unterschied verloren. Es ist nicht einfach, gegen uns ein Tor zu schießen. Unsere Defensive steht sehr gut, Österreich wird hart arbeiten müssen, um dieses Spiel zu gewinnen", prophezeite der 42-Jährige.

"Österreichs Neue sind gute Kicker"
Bei allem Optimismus ist sich Knudsen aber auch der Außenseiterrolle seiner Mannschaft bewusst. "Die Österreicher werden viel Druck machen und versuchen, ein schnelles Tor zu erzielen, aber wir haben trotzdem unsere Chancen." Dass es seit dem 1:1 im vergangenen Oktober in Torshavn einen Umbruch in der ÖFB-Auswahl gab, hat Knudsen registriert. "Im Moment haben die Österreicher nicht viel routinierte Spieler, es fehlen ja gleich sechs oder sieben, die 2008 noch gegen uns gespielt haben. Aber die Neuen sind alle gute Kicker", behauptete Knudsen, der so wie Kerr die jüngsten ÖFB-Auftritte auf Video gesehen hat.

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