Sa, 18. August 2018

Streit ums Geld

18.02.2009 09:33

Austria Kärnten zu Millionen-Zahlung verurteilt

Im innerkärntnerischen Fußball-Streit hat es am Dienstagabend einen Etappensieg für den seit November 2008 im Konkurs befindlichen FC Kärnten gegeben. Der Senat 2 der österreichischen Bundesliga hat den Bundesligisten SK Austria Kärnten zu einer Zahlung von rund 1,1 Millionen Euro an den FC Kärnten verurteilt. Zwischen den beiden Clubs geht es aufgrund von Differenzen aus dem Jahr 2007 um einen Gesamtstreitwert von mehr als 4,1 Millionen Euro.

Bei den noch offenen drei Millionen Euro geht es vor allem um Gelder bezüglich der Nachwuchs-Akademie in Klagenfurt, hierbei dürfte sich die Entscheidung noch in die Länge ziehen. Der FCK fordert von seinem "großen Bruder" die Millionen, weil dieser 2007 im Zuge seiner Übersiedlung von Pasching nach Klagenfurt unter anderem die Nachwuchs-Akademie und den Hauptsponsor (Kelag) des FC Kärnten übernommen hatte.

Entsetzen bei Austria Kärnten
Aufseiten der Austria herrschte am Dienstagabend Entsetzen, der Oberhaus-Club hat bereits angekündigt, innerhalb der kommenden 14 Tage vom Rechtsmittel des Protestes beim Protestkomitee der Bundesliga Gebrauch zu machen. Das Protestkomitee ist die vorletzte, das Ständige Neutrale Schiedsgericht wäre dann die letzte Instanz.

"Der Senatsbeschluss ist weder dem Grunde noch der Höhe nach nachvollziehbar", meinte Austria-Kärnten-Geschäftsführer Michael Heiden. "Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen, um gegen das Urteil zu berufen. Das Urteil wird sicherlich das Lizenzierungsverfahren für die Spielsaison 2009/10 erschweren. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Klage in letztinstanzlicher Entscheidung zugunsten des SK Austria Kärnten entschieden wird", so Heiden.

Canori: "Völlig inakzeptabel"
Auch Vereinspräsident Mario Canori bezeichnete die Entscheidung als "völlig inakzeptabel" und vermutet auch politische Hintergründe aufgrund der Kärntner Landtagswahl am 1. März. "Dass das kurz vor der Wahl passiert, ist pure Absicht. In Wahrheit haben wir Forderungen gegenüber dem FC Kärnten. Es gibt noch offene Forderungen betreffend Akademie und Miete. Das kann sich Kärnten und Klagenfurt nicht gefallen lassen", so Canori. Bundesliga-Vorstand Georg Pangl versicherte: "Der unabhängige Senat hat sich lang und intensiv mit dieser Sache beschäftigt und es sich nicht einfach gemacht."

Im Lager des FCK besteht nun wieder große Hoffnung, den angestrebten Zwangsausgleich zu schaffen. "Die Exekution des Urteils wäre lebensrettend für uns", meinte Clubchef Josef Steindorfer, der jedoch der Austria die Hand reichen möchte. "Man sollte sich zusammensetzen und gemeinsam etwas Vernünftiges machen. Was in den letzten zwei Jahren passiert ist, war die Vernichtung des Kärntner Fußballs." Die Geschicke des FCK werden derzeit von Masseverwalter Kurt Hirn geleitet.

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