Nach 0:3-Rückstand

Gardos besiegt den Nordkoreaner Ri Chol-guk 4:3

Olympia
19.08.2008 13:52
Der Tiroler Robert Gardos hat sich am Dienstag bei den Olympischen Spielen in Peking mit viel Mühe und Kampfgeist im Bewerb gehalten. Der 29-Jährige war in der ersten Einzel-Hauptrunde gegen den Nordkoreaner Ri Chol-guk bei einem 0:3-Rückstand in Sätzen nur noch zwei Punkte von der Niederlage entfernt, kämpfte sich aber in den siebenten Satz, den er ebenfalls nach Rückstand mit dem ersten Matchball für sich entschied.

Es dauerte eine Weile, bis sich Gardos auf seinen Gegner eingestellt hatte. Machte er in Satz eins sechs Punkte, waren es im zweiten acht und im dritten neun. "Robby" schien dran, doch bei 7:9 in Satz vier drohte ihm eine empfindliche 0:4-Schlappe. "Da bin ich dann aufgewacht, und auch das Glück war auf meiner Seite", erinnerte sich Gardos an die Wende im Spiel gegen den Weltranglisten-100. "Er hat auch einen Sitzer verschossen bei 9:9. Das war der Punkt, wo ich zu meiner Konzentration zurück konnte, zu meiner Spannung. Und ich habe gewusst, ich muss noch ein bisschen kämpfen und Druck halten, und dann wird es schon gehen."

Plötzlich lief das Spiel von Gardos. Der Granada-Legionär gewann seinen ersten Satz und holte den nächsten 11:1. Von 18 in dieser Phase gespielten Punkten machte der Innsbrucker 17. Ri wirkte da völlig verunsichert und musste den Satzausgleich hinnehmen. In Durchgang sieben schien nun alles für Gardos zu sprechen, doch er vergab eine 8:5-Führung und sah sich bei 8:9 abermals mit dem Out konfrontiert.

Wille zum Kampf als Schlüssel zum Erfolg
"Ich war einfach müde, zu nervös. Da habe ich den Fehler gemacht, dass ich an das Match gedacht habe und nicht an den Punkt", begründete Gardos den neuerlichen Hänger. "Zum Glück konnte ich mich wieder auf jeden Punkt konzentrieren." Der Wille zum Kampf war letztlich der Schlüssel zum Erfolg. "Ich habe aber gedacht, es wird leichter gehen. Ich habe es bis zum 0:3 nicht geschafft, daran zu glauben, das Maximale rausholen zu müssen."

Chinesen mögen Gardos
Gardos ist für die Zuseher im "University Gymnasium" schon ein kleiner Star. Nach dem Sieg wurde er von chinesischen Zuschauern sogar um Autogramme gebeten. Der bei Olympia in Einzeln noch ungeschlagene gebürtige Ungar hatte im Teambewerb einen Top-10- und zwei Top-20-Spieler auf seine Abschlussliste gesetzt. Sein nächster Gegner ist auch kein leichtes Kaliber, und zwar der 14 Plätze vor ihm auf Position 33 rangierende Zoran Primorac.

Die Partie gegen den in der ersten Runde mit einem Freilos bedacht gewesenen Kroaten ist für Mittwoch um 8.00 Uhr unserer Zeit angesetzt. Die beiden haben in der unmittelbaren Olympia-Vorbereitung sowohl in Faak/See als auch in Düsseldorf gemeinsam trainiert. Primorac ist neben dem Belgier Jean-Michel Saive und dem Schweden Jörgen Persson der einzige Tischtennis-Spieler mit sechs Olympia-Teilnahmen. "Er ist ein sehr guter Spieler, beidseitig", merkte Gardos über seinen nächsten Gegner an. 

Schlager ab Donnerstag im Einsatz
Die übrigen ÖTTV-Spieler steigen erst in der zweiten oder dritten Runde ins Turnier ein, darunter am Donnerstag Werner Schlager. Der 35-Jährige ist als Nummer 13 gesetzt und hat wie alle aus den Top 16 den Vorteil, erst in Runde drei spielen zu müssen, das entspricht dem 1/16-Finale. Nach seinen Vorstellungen in den Einzeln des Teambewerbs dürfen Schlagers Fans nicht allzu optimistisch sein, doch abschreiben sollte man ihn nicht.

Mit der ÖTTV-Mannschaft gewann Schlager zwar doch immerhin vier seiner sieben Partien, aber in den Matches gegen die größeren Kaliber holte er nur gegen den Südkoreaner Oh Sang-eun einen Satz. Gegen den Japaner Kan Yo und den Chinesen Wang Liqin setzte es 0:3-Niederlagen. Weltmeister Wang Liqin wird auch Schlagers Achtelfinal-Gegner sein, sollten die beiden ihr jeweils erstes Match für sich entscheiden.

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