Frodeno hatte sich das Rennen geschickt eingeteilt. Nach dem 1,5 km langen Schwimmen war er als Zwölfter aus der Wechselzone gekommen, nach dem Rad-Abschnitt war er schon Vierter. Danach hielt sich Frodeno lange knapp hinter der Spitze auf, ehe er sich auf der dritten von vier Laufrunden mit Whitfield, Docherty und dem spanischen Weltmeister Javier Gomez absetzte. In der Entscheidung hatte niemand etwas dem bekannt guten Sprinter entgegenzusetzen.
Frodeno: "Das Rennen meines Lebens"
Die bisherigen größten Erfolge Frodenos waren zweite Weltcup-Plätze heuer in Hamburg und vor zwei Jahren in Tiszaujvaros/Ungarn. Dazu kommen seit 2005 vier dritte Plätze. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Hamburg belegte der in Kapstadt lebende, 1,93 m große Kölner Rang sechs. In Peking gelang ihm der große Coup. "Das war das Rennen meines Lebens", jubelte Frodeno. Fünf Kilometer vor dem Ziel habe er gewusst, dass es sein großer Tag werden könne. "Als wir dann nur noch zu dritt waren, wollte ich Gold. Ich habe mir ununterbrochen vorgesagt, das ist der Moment, von dem du dein ganzes Leben geträumt hast."
Für den Zweit- und Drittplatzierten war es jeweils die zweite Olympia-Medaille. Whitfield war bei der Premiere dieser Sportart im Zeichen der fünf Ringe 2000 in Sydney Olympiasieger geworden, Docherty hatte 2004 in Athen Silber geholt. Gomez war einer der Top-Favoriten, doch dem Sieger von heuer vier Weltcup-Rennen gelang es nicht, sich wie schon oft von seinen Fluchtgefährten abzusetzen. Damit war die Siegchance des 25-Jährigen dahin.
Feld lange Zeit geschlossen
Das Feld war auf den sechs Radrunden über insgesamt 40 Kilometer nahezu geschlossen geblieben, nur vier Aktive fielen ab. Im Finish der zweiten Teil-Sportart setzten sich drei wenigere chancenreiche Athleten um mehr als eine dreiviertel Minute ab. Zu Beginn der zweiten Laufrunde waren sie vom dann schon weit auseinandergezogenen Feld aber wieder "geschluckt". Eine Runde später bildete sich die entscheidende Fluchtgruppe.
Österreicher Agoston verfehlt sein Ziel klar
Für den Österreicher Agoston lief es nicht nach Wunsch. Die Top 20 hatte er sich als Ziel gesetzt, bei für ihn optimalem Rennverlauf hielt der Oberösterreicher auch einen Rang in den Top Ten für möglich. Aber dafür war seine Verfassung nicht die beste. "Ich bin erst vier Tage vor dem Wettkampf hergekommen", erklärte Agoston. "Das war nicht das Richtige. Ich habe von Anfang an gespürt, dass etwas nicht passt. Meine Beine waren nicht so frisch."
Nach dem Schwimmen im Stausee war der 31-Jährige nicht ganz so weit vorne wie gewohnt, mit rund 20 Sekunden Rückstand auf den Leader war er als 24. aus dem Wasser gestiegen. Beim Radfahren hielt sich Agoston in der großen Spitzengruppe meist weiter hinten auf, ging dann zwar auch etwas nach vorne, beim Wechsel zum Laufen verlor er durch seine doch wieder hintere Position jedoch erst an Terrain.
Vom 47. Platz nach dem Radfahren schob sich Agoston noch um neun Plätze vor. "Ich habe alles probiert, es hat nicht gereicht", war der gebürtige Ungar etwas enttäuscht. "Aber ich bin im Ziel. Es ist eine wichtige Erfahrung für mich bei meinen ersten Olympischen Spielen. Für den ÖTRV-Athleten war in der malerischen Kulisse inmitten einer Bergkulisse nahe der berühmten Ming-Gräber Gomez der Favorit. "Aber man weiß, im Sprint ist er nicht so gut."
Ergebnis beim Triathlon der Männer:
1. Jan Frodeno (GER) 1:48:53
2. Simon Whitfield (CAN) 1:48:58
3. Bevan Docherty (NZL) 1:49:05
4. Javier Francisco Gomez (ESP) 1:49:13
5. Ivan Rana (ESP) 1:49:21
6. Daniel Unger (GER) 1:49:43
7. Hunter Kemper (USA) 1:49:48
8. Rasmus Henning (DEN) 1:49:57
Weiter: 38. Simon Agoston (AUT) 1:53:23
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