Die Tirolerin war nach dem Schwimmen als Einzige des ÖTRV-Trios aussichtsreich im Rennen gewesen. Mit nur 14 Sekunden Rückstand auf die führende US-Amerikanerin Laura Bennett war die 30-Jährige aus dem Wasser gestiegen und hatte den Anschluss an die führende Radgruppe geschafft. Schon nach wenigen Metern aber merkte sie, dass an ihrem Rad etwas nicht in Ordnung war. "Das Hinterrad hat blockiert, da die Bremse daran geschliffen hat", war die Tirolerin verzweifelt. So hatte ein Weiterfahren keinen Sinn. Nachdem Dollinger zurückgefallen war, stieg sie in der dritten von sechs Radrunden ab.
Während Dollinger bei ihrem Ehemann und Trainer Helmut Dollinger Trost suchte, lagen Allen und Haiböck schon aussichtlos zurück. Rund 70 Sekunden hatten beide beim 1,5 Kilometer langen Schwimmen verloren. Allen war beim Wechsel auf das Rad zudem ein Missgeschick passiert, als sie irrtümlich bei Haiböcks Rad stehenblieb und das erst dann merkte, als sie sich deren Helm aufsetzen wollte.
Auf Laufstrecke 21 Plätze aufgeholt
Das kostete der Triumphatorin von Athen 2004 zwar nur einige Sekunden, das Rennen hatte sie da aber schon verloren. In der dritten Radgruppe kamen sie und Haiböck zwar an die zweite heran - Allen hatte einiges an Führungsarbeit geleistet -, der Rückstand auf die Spitze wurde aber immer größer. "Die Gruppe hat nicht wirklich viel beim Radfahren gearbeitet", erklärte Allen nach dem Rennen. Als 35. ging sie auf die Laufstrecke, spielte da ihre Stärke aus. Die 38-Jährige machte nicht nur 21 Plätze gut, sondern markierte hinter Snowsill und Fernandes mit 34:32 Minuten die drittbeste Marke im dritten Teilbewerb. Allens Rückstand auf ihre siegreiche Ex-Landsfrau betrug 3:33 Minuten.
Katel Allen: "Es war kein schlechtes Rennen"
Snowsill und Fernandes hatten auf der 10-km-Laufstrecke gleich die ersten beiden Plätze eingenommen, wobei sich Snowsill rasch als die Stärkere erwies. Sie setzte sich mehr und mehr ab und lief einen sicheren Sieg heraus. Fernandes rettete noch Rang zwei, Bronze ging an Moffatt. Allen zu ihrer Nachfolgerin: "Ich freue mich für Emma. Sie hat sich das absolut verdient." Österreichs "Sportlerin des Jahres 2004" war mit ihrer Leistung mit Einschränkungen recht zufrieden. " Ich bin froh, aber ein bisschen entttäuscht. Es war kein schlechtes Rennen für mich. Das Laufen war sehr gut. Aber mein Schwimmen ist nicht gut genug." Auch ihre Vorbereitung sei zwangsläufig nicht optimal gewesen, seit sie im April in Neuseeland ihren verhängnisvollen Radsturz hatte.
Haiböck war mit Allen gemeinsam aus dem Wasser gekommen und auch vom Rad gestiegen, beim Laufen verlor die Oberösterreicherin 2:05 Minuten auf ihre Landsfrau. "Im Großen und Ganzen war es okay, ich bin recht zufrieden. Der Rückstand nach dem Schwimmen hat sich für mich in Grenzen gehalten, nur war der Rückstand vor dem Laufen zu groß." Nicht ganz zufrieden war Haiböck mit ihrer Platzierung, sie wollte in die Top 20.
Endergebnis im Triathlon der Frauen:
1. Emma Snowsill (AUS) 1:58:27 Stunden
2. Vanessa Fernandes (POR) 1:59:34
3. Emma Moffatt (AUS) 1:59:55
4. Laura Bennett (USA)2:00:21
5. Juri Ide (JPN) 2:00:23
6. Nicola Spirig (SUI) 2:00:30
7. Daniela Ryf (SUI) 2:00:40
8. Andrea Hewitt (NZL) 2:00:45
Weiter:
14. Kate Allen (AUT) 2:02:00
27. Tania Haiböck (AUT) 2:04:03
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