Fette Förderungen

“Zauber-Geschäft” mit Bioenergie

Steiermark
28.07.2008 19:19
"Bioenergie" ist in Zeiten wie diesen zum Zauberwort geworden. Während Erdöl teurer wird und zur Neige geht, setzen auch immer mehr Steirer auf Energiegewinnung aus Holz, Stroh oder Mais. Bauernschlaue Unternehmer verdienen sich dabei eine goldene Nase - auch, was Förderungen betrifft.
Wenn so mancher Unternehmer das Wort "Transparenzdatenbank" hört, zieht's ihn zusammen. Seit einigen Wochen kann jedermann via Internet "ausspionieren", was die EU an Agrar-Einmalzahlungen springen lässt.

Die "Krone" hat heraugefunden, wo die weiß-grünen Förderungs-Kaiser sitzen. Und dabei fällt eines auf: Wer Energie aus Biomasse (Zuckerrüben, Getreide, Holz, Stroh, Biogas, Raps) erzeugt, kann sich ein erkleckliches Sümmchen verdienen. 

Wer wieviel bekommen hat
"Mit Hilfe der Forcierung der Biomasse-Nutzung zur Energiegewinnung soll der Standort Land vital und lebenswert erhalten bleiben", rechtfertigen die Verantwortlichen die Förderhöhe. Denn die ist teils wirklich gewaltig: 

Für die Nahwärme St. Jakob im Walde (40 Anschlüsse) wurden sagenhafte 351.548 Euro locker gemacht. 

Satte 310.531 Euro flossen ins Hackschnitzelwerk am Lachtal. Neun Wärme-Anschlüsse wurden dafür zur Verfügung gestellt. 

264.180 EU-Euro erhielt die Bäuerliche Wärmeliefergemeinschaft Altenberg an der Rax mit ihren 37 Anschlüssen. 

179.353 Euro gab's für die Biowärme Hatzendorf mit acht Wärmeanschlüssen. 

Und die Bioenergie Pruggern kassierte für 22 Anschlüsse immerhin 145.929 Euro an Einmalzahlungen. 

Noch viele Geheimnisse
Aus der steirischen Landwirtschaftskammer heißt es dazu übrigens durchaus schlüssig: "Die Zahlen stimmen. Aber warum werden nicht generell alle EU-Förderungen offengelegt?"

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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