Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
08.12.2016 - 00:04
In diesem Gefängnis verschwanden Hunderte Menschen.
Foto: APA/AFP/GUILLERMO LEGARIA

In diesem Gefängnis wurden 400 Menschen ermordet

13.07.2016, 11:20

Die Zahl der Menschen, die in einem kolumbianischen Gefängnis über Jahre hinweg getötet wurden und verschwanden, ist wahrscheinlich viel höher als angenommen. Inhaftierte Paramilitärs hätten vermutlich zwischen 1999 und 2001 bis zu 400 Menschen in der Haftanstalt "La Modelo" in der Hauptstadt Bogota ermordet, sagte der Ermittlungsleiter der Generalstaatsanwaltschaft, Julian Quintana, am Dienstag.

Die Aussagen von Ex- Mitgliedern der Paramilitärs und weitere Beweise legten die neue Zahl nahe. Zu Beginn der Ermittlungen im heurigen Februar hatte die Behörde von 100 oder mehr vermuteten Fällen gesprochen, in denen rechtsgerichtete Paramilitärs Insassen, Besucher oder Personen, die gewaltsam ins Gefängnis gebracht wurden, ermordeten, deren Leichen an Schweine verfütterten oder im Abwassersystem entsorgten. Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es Fotos von Menschen, die das Gefängnis betraten, aber niemals verließen. Auch Videos, Gesundheitsakten und Archive lägen als Beweismaterial vor.

Foto: APA/AFP/GUILLERMO LEGARIA

Ein Zeuge hatte eingeräumt, dass es damals einen Vertrag der Strafvollzugsbehörde mit Schweinemastbetrieben in der Hauptstadt Bogota gegeben habe - Essensreste des Gefängnisses Modelo wurden als Schweinefutter geliefert. Wegen der teilweisen Verfütterung menschlicher Überreste seien "die Schweine sehr dick geworden", habe der Mann berichtet. Zugleich sei es immer komplizierter geworden, die Überreste mit den Essenresten zu vermischen. Daher seien viele der getöteten Personen zerkleinert in das Abwassersystem geworfen worden.

Foto: APA/AFP/GUILLERMO LEGARIA

Arm der Paramilitärs reichte in höchste Regierungskreise

Die Paramilitärs (Autodefensas Unidas de Colombia) bekämpften in Kolumbien die linke Guerilla und finanzierten sich über den Kokainhandel. Die EU und die USA stuften sie als Terrororganisation ein. Ihr Arm reichte in höchste Regierungskreise. Auch in den kolumbianischen Gefängnissen galt und gilt Korruption als weit verbreitet. Laut Chefermittler Quintana werden nun auch ähnliche Fälle in anderen Haftanstalten Kolumbiens in den Jahren 1998 bis 2003 untersucht.

13.07.2016, 11:20
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum