Karl-Heinz Rummenigge
Foto: GEPA

Top- Klubs gegen Mammut- WM, Drohung mit Superliga

09.02.2016, 17:12

Ein klares Nein zu einer Mammut- WM mit 40 Teams und ein vernehmbares "Vielleicht" für eine elitäre Superliga: Europas Top- Klubs bringen sich in Zeiten der großen Krise bei FIFA und UEFA unter der Führung von Bayern- Boss Karl- Heinz Rummenigge geschickt in Stellung. Die Gründung einer eventuell selbst organisierten Superliga als Ersatz für die Champions League ist noch kein Thema. Mit der Betonung auf "noch", denn als Drohkulisse gegenüber der UEFA taugt das Thema immer wieder. "Es ist noch zu früh, darüber zu reden", sagte Rummenigge bei der Sitzung der European Club Association (ECA) am Dienstag in Paris.

Stattdessen befinde man sich in der Diskussionsphase, wie die kontinentalen Klub- Bewerbe weiterentwickelt werden könnten. "Es ist wichtig, eine gute ausbalancierte Lösung für alle Beteiligten zu finden", sagte Rummenigge.  Zu Jahresbeginn hatte der Bayern- Chef bei einem Vortrag in Italien selbst die Debatte einer Superliga mit einem festen Stamm an Teilnehmern aus den großen Fußball- Nationen wie Deutschland, England und Spanien wieder angestoßen. Im Kern geht es den Topclubs aktuell um eine möglichst hohe finanzielle Beteiligung an den Erlösen der Champions League und Europa League.

40 Teams bei der WM? "Diese Idee gefällt uns nicht"

Für den Zyklus 2015 bis 2018 wurde diese im März 2015 geregelt. Bis zum kommenden Jahr müsse ein Vorschlag der UEFA  für die Zeit von 2018 bis 2021 vorgelegt werden, betonte Rummenigges Stellvertreter als ECA- Chef, Umberto Gandini. Eine Aufstockung der Fußball- WM auf 40 Mannschaften wird indes kategorisch abgelehnt. Die "gesunde Bilanz" zwischen Vereinsfußball und den Nationalmannschaften dürfe "nicht riskiert werden", hieß es. "Diese Idee gefällt uns nicht", sagte Gandini vom AC Milan. Die europäischen Vereine würden die Hauptakteure einer WM stellen und bezahlen. Zusätzliche Belastungen seien nicht akzeptabel.

UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino
Foto: APA/AFP/FRANCK FIFE

ECA- Mitglieder wollen Infantino als FIFA- Chef
Ein größeres WM- Teilnehmerfeld war von der FIFA- Reformkommission ab dem Turnier 2026 vorgeschlagen worden. Auch Präsidentschaftskandidat Gianni Infantino ist für acht weitere WM- Starter. Trotz eines Dissenses in dieser Sache sprachen sich die ECA- Mitglieder für Infantino als künftigen FIFA- Präsidenten aus. "Wir wünschen ihm viel Erfolg bei der Wahl am 26. Februar", sagte Gandini. Zuvor hatte Rummenigge betont: "Wir haben keine Stimme, aber im Sinne des 'Spirit of Football' unterstützen wir Gianni Infantino." Laut Gandini sei Infantinos Plan für eine Mammut- WM seiner aktuellen Rolle als weltweiter Wahlkämpfer in eigener Sache geschuldet.

Finanzielle Kompensation in dreistelliger Millionenhöhe bekommen die Vereine für die Abstellung ihrer Spieler für die EM im Sommer. Die UEFA schüttet 100 Millionen Euro an jene Klubs aus, die Spieler für die EURO abstellen. Der Tagsatz von bis zu 5.800 Euro wird ab 14 Tage vor dem ersten Spiel jedes Teams bis zum Tag nach dem Turnier- Aus gezahlt. Klubs aus Topligen erhalten mehr Geld als jene aus weniger erfolgreichen Ligen.

09.02.2016, 17:12
AG/red
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